Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie
    (ISSN 1430-6972)
    IP-GIPTDAS=17.05.2026 Internet-Erstausgabe, letzte Änderung: tt.mm.jj
    Impressum: Diplom-Psychologe Dr. phil. Rudolf Sponsel Stubenlohstr. 20 D-91052 Erlangen
    E-Mail: sekretariat@sgipt.org  _ Zitierung  &  Copyright 
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    Willkommen in unserer Internet-Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie, Abteilung Allgemeine Psychologie, Bereich Erleben, und hier speziell zum Thema:

    Erleben und Erlebnis bei Alfred Brunswig (1877-1927)
    (1910) Das Vergleichen und die Relationenerkenntnis.
    (1921) Einführung in die Psychologie.

    Originalrecherche von Rudolf Sponsel, Erlangen



    Haupt- und Verteilerseite Definitions-Register Psychologie  * Checkliste Definition, gpds-Regel  *  Definition und definieren: referenzieren  *  ist-Bedeutungen  * Begriffscontainer (Containerbegriff) * Begriffsverschiebebahnhöfe * Wissenschaftliches Arbeiten, Regeln Grundbegriffe, Begriffsbasis, Zitieren, Hochstaplerzitierstil * Aristoteles Zum Geleit *  Sprachkritik und Sch^3-Syndrom * Methode der Textanalyse * Methodik-Beweissuche in der Psychologie * Beweissuchwortkürzel. * Signierung von Beweiserwähnungsbeurteilungen * Checkliste-Beweisen.: Beweisregister Psychologie * Beweis und beweisen in der Psychologie * Signierungskürzel * natcode Register * Übersicht allgemeine Beweisseiten *  Haupt- und Verteilerseite Die Erforschung des Erlebens und der Erlebnisse , Tabelle Fundstelleninformationen erleben, erlebt, Erlebnis *  Hauptbedeutungen Erleben *  Elementare Dimensionen des Erlebens * »«


        Inhaltsübersicht:

      Editorial
      Zusammenfassungen
      Zusammenfassung Brunswig (1910) Das Vergleichen und die Relationenerkenntnis.
      Text-Fundstellenbelege 1910.
      Zusammenfassung Brunswig 1921 Einführung in die Psychologie.
      Text-Fundstellenbelege 1921.

      Signierungen und Signierungssystem.
      Checkliste definieren.
      Bisher ausgearbeitete Definitionen elementarer Dimensionen des Erlebens.
      Checkliste-Beweisen.
      Methodik-Beweissuche in der Psychologie.
      Signierung von Beweiserwähnungsbeurteilungen.
      Beweissuchwortkürzel.
      Literatur, Links, Glossar, Anmerkungen und Endnoten, Querverweise, Copyright und Zitierung, Änderungen




    Editorial
    Die Seite untersucht, wie Alfred Brunswig erleben, erlebt(e,en), Erlebnis 1910 und 1921 verstand.



    Zusammenfassungen
    • Zusammenfassung Brunswig 1910:
      • 1910-Z1 1910-Z1-Fundstellen Suchtexte erleb, erlebt(e,n), erleben und Erlebnis.
      • 1910-Z2-Ausgewertet wurden die Fundstellen ...
      • 1910-Z3-Zahlreiche Spezifikationen werden auch nicht erklärt.
      • 1910-Fazit. In keiner der 32 Erwähnungen wird erleben definiert oder näher erläutert.
    • Zusammenfassung Brunswig 1921:
      • 1921-Z1 Das Digitalisat wurde nach den Suchtexten "erleb ...
      • 1921-Z2 Fundstellen im Titel, Inhaltsverzeichnis und Text (Sachregister nicht vorhanden)
      • 1921-Z3 Kommentierte Erfassungen.
      • 1921-Z-Fazit Gegenüber der Relationenvergleich 1910 gibt es deutliche Fortschritte ...



    Zusammenfassung Brunswig, Alfred (1910) Das Vergleichen und die Relationenerkenntnis. Leipzig. Teubner.

    1910-Z1-Fundstellen Suchtexte erleb, erlebt(e,n), erleben und Erlebnis
    Das Vorwort hat eine, das Inhaltsverzeichnis hat drei und der Text hat 186 Seiten. Darin fanden und verteilten sich die Suchtexte erleb, erlebt(e,n), erleben und Erlebnis wie folgt:
    Titel 0
    Inhaltsverzeichnis
        erleb 0
        elebt(e,n) 0
        erleben 0
        Erlebnis 2
    Sachregister nicht vorhanden.
    Text
        erleb    311
        elebt(e,n) 20
        erleben 19
        Erlebnis 254
        Anmerkung: Die Summe erleb, erlebt, Erlebnis ergibt 293, 18  sind mithin nicht aufgeklärt.

    1910-Z2-Ausgewertet wurden die Fundstellen im Vorwort, Inhaltsverzeichnis und die ersten 32 Textseiten und der Reihe nach durchnummeriert [1] bis [32]. In den 32 Fundstellen sich keine Erklärung, Erläuterung oder gar Definition der Suchtexte erleb, erlebt(e,n), erleben oder Erlebnis, auch nicht durch Querverweise, Fußnote oder Literaturhinweis. Danach wurde abgebrochen, weil ich davon ausgehen, dass wichtigere Bgegriffe an den ersten Stellen ihrer Gebrauchs erklärt, erläufterz oder definiert werden sollten. Ist das nach 32 Fundstellen in 36 Seiten (Vorwortt, Inhaltsverzeichnis, Textteil) nicht der Fall, rechne ich auch in weiteren Fundstellen nicht mehr damit. Sämtliche Fundstellen wurden der Reihe nach mit ihrer Textumgebung dokumentiert, so dass sich jeder selbst ein Bild davon machen kann.

    1910-Z3-Zahlreiche Spezifikationen werden auch nicht erklärt: ruhiges Erlebnis, eigenartiges Erlebnis, Gefühlsrlebnis, Übergangserlebnisse, primäre Erlebnisse,  Empfindungserlebnisse.

    1910-Z-Fazit Nach der hier angewwandten  Methode der Textanalyse  werden die Fundstellen bis zum Abbruch lückenlos erfasst. Man darf annehmen, dass wichtigere Begriffe einer wissenschaftlichen Arbeit bei den ersten Erwähnungen definiert oder näher erläutert werden (Grundregeln Begriffe) wenigstens in Fußnote, Anmerkung, Querverweise oder Literaturhinweis. Das sollte hier bei den ersten 32 Fundstellen auf den ersten 36 Seiten der Fall sein. Da man erwarten darf, dass wichtigere Begriffe dort definiert oder erläutert werden, wo sie die ersten Male verwendet werden (Regeln Grundbegriffe, Begriffsbasis, Aristoteles Zum Geleit), habe ich mich auf die ersten zz Erwähnungen der ersten 1+2+32 Seiten beschränkt. In keiner der 32 Erwähnungen wird erleben definiert oder näher erläutert, auch nicht durch Fußnote, Anmerkung, Querverweis oder Literaturhinweis. Ich nehme an, was bis dorthin nicht erklärt und geklärt wird, wird es auch weiterhin nicht geklärt werden. Zahlreiche Spezifikationen werden auch nicht erklärt: ruhiges Erlebnis, eigenartiges Erlebnis, Gefühlsrlebnis, Übergangserlebnisse, primäre Erlebnisse,  Empfindungserlebnisse.



    Fundstellenbelege
    Fundstellen (Fundstelleninformationen)

    Inhaltsverzeichnis
    Urteile gestützt auf Nebenerlebnisse [1910-1] beim zweiten Objekt  94
    IV. TEIL. SPEZIELLE PHÄNOMENOLOGIE DER RELATIONSERLEBNISSE [1910-2] 115

    Text 1910

    2: "Nun kann es zwar gerade bei dem eiligen Verfahren und der ab-
    gekürzten Ausdrucksweise experimenteller Versuche leicht scheinen, als
    läge in einem Urteil wie „schwerer!“ wirklich eine bloße Lautreaktion
    vor; aber man vergegenwärtige sich doch einmal den Tatbestand bei einem
    ruhigen Erlebnis [1910-3] zum Zweck phänomenologischer Analyse, und man wird
    erkennen, daß die obige Darstellung vom vollen Urteil nur das Aller-
    äußerlichste angibt, seinen eigentlich psychischen Kern aber übersieht."
        RS: ruhiges Erlebnis nicht erklärt.

    3: "Wir jedoch dürfen um solcher Vorurteile willen nicht den eigen-
    artigen Tatbestand erlebter [1910-4] psychischer Akte preisgeben und können
    uns dabei nicht nur auf die phänomenologischen Analysen HUSSERLS,
    sondern auch auf Versuche , wie sie K. BÜHLER und andere neuerdings
    angestellt haben, berufen. Es regt sich ja jetzt ziemlich allgemein die
    Erkenntnis, daß hier ein lange übersehenes Stück psychischer Wirklich-
    keit zur Wiederentdeckung gekommen ist."

    4.1-4: "Anders dagegen steht es um folgende Meinung: Mit der Behauptung,
    zwischen den Objekten A und B bestehe das Verhältnis N, meinten
    wir nichts anderes und könnten gar nichts anderes meinen, als daß
    wir beim Übergang unserer Aufmerksamkeit von A zu B ein eigen-
    artiges Erlebnis [1910-5] verspürten. „B ist verschieden von A", heiße: man er-
    lebt [1910-6] eine Unterschiedsempfindung, wenn man das eine nach dem andern
    betrachtet ; „B ist ähnlich A" sei nur eine Umschreibung für die Tat-
    sache, daß wir beim Übergang von A zu B ein eigentümliches Gefühls-
    erlebnis [1910-7] hätten.
    Denn etwas anderes sei ja nicht erlebt [8], nicht „ gegeben", und nur
    Gegebenes könnten wir doch mit unsern Urteilen meinen !"
        RS: eigenartiges Erlebnisse nicht erklärt.
        RS: Gefühlsrlebnis nicht erklärt.

    Demgegenüber besteht nun aber bei vielen Psychologen eine Ten-
    denz, den Sinn des Verhältnisurteils aus gewissen Rücksichten umzu-
    deuten und zwar 1. in eine Aussage über psychische Erlebnisse [1910-9].
        RS: psychische Erlebnisse nicht erklärt (gibt es andere?)

    5.1-3: "Man darf nicht aus seinen Vorurteilen heraus deduzieren wollen,
    was das Urteil allein meinen kann, sondern muß zusehen , was es
    tatsächlich meint. Ist dies mehr, als man für gegeben ansieht , so
    liegt eben ein Problem und ein Anlaß zur Nachprüfung der Voraus-
    setzungen über das als Urteilsgrundlage Gegebene vor. Mögen also
    solche „Übergangserlebnisse" [1910-10] vorliegen, ja, mögen sie das allein Ge-
    gebene sein; nicht ihr Vorhandensein ist es, das wir im Verhältnis-
    urteil behaupten. Wir behaupten in ihm das Bestehen eines Verhältnisses
    der Ähnlichkeit, Verschiedenheit usw. zwischen zwei Objekten , wir be-
    haupten aber damit ganz und gar nichts vom Bestehen eines Übergangs-
    erlebnisses [1910-11], das wir bei ihrer sukzessiven Auffassung verspürten.
    Beide Behauptungen sind evidentermaßen grundverschieden. Einen
    Unterschied behaupten, heißt nicht: eine Unterschiedsempfindung kon-
    statieren. Wir sagen im Urteil etwas über die Objekte, nicht etwas
    über unsere psychischen Erlebnisse [1910-12] aus ; diese letzteren gibt unser
    Urteil nur unwillkürlich als „signum manifestativum" kund."
        RS: Übergangserlebnisse nicht erklärt.

    5 "rteile von der folgenden Form : „ Dieser Unterschied ist kaum
    merklich; jenen erkenne ich sehr deutlich" sagen allerdings auch etwas
    über psychische Erlebnisse [1910-13] aus , nämlich über das Erkennen der Ver-
    hältnisse ; aber auch sie wollen damit nur diese Verhältnisse indirekt
    kennzeichnen , diese sind auch hier das eigentlich Beurteilte."

    9 "Nachdem sich uns das Vergleichsurteil durch die Analyse seines
    Bedeutungsgehalts näher bestimmt hat, untersuchen wir die Art seines
    Hervorgehens aus den Erlebnissen [1910-14] im Vergleich , aus der Vergleichs-
    erfahrung."

    10.1-2: "Ebensowenig also wie das Urteil eine bloße Lautreaktion ist, ist es
    bloß reproduziert durch ursächliche Momente. Es ist vielmehr ein über-
    zeugtes Meinen, das sich bewußt auf die Vergleichserfahrung gründet
    und aus ihr seine Sicherheit schöpft. Wer das Urteil erklären will, hat
    also auch zu zeigen, wie auf Grund der gegebenen Erlebnisse [1910-15] ein solches
    Begründungsbewußtsein möglich ist! Die Rede von einfacher Auslösung
    von Urteilsausdrücken wäre eine Verstümmelung der vollen Wirklichkeit
    und würde die tieferen Probleme übersehen , weil sie den feinern
    phänomenologischen Bau des zu Erklärenden nicht erkennt.
        Die Tatsache des bewußten Begründungszusammenhangs zwischen
    Vergleichserlebnis [1910-16] und Urteil legt schon hier eine Folgerung nahe :
    Wo auf eine Vergleichserfahrung sich überzeugte Urteile stützen , da
    werden auch in ihr Momente gegeben sein, die ein solches Urteil hier
    auch logisch gewiß oder wahrscheinlich machen.
            RS: Vergleichserlebnis nicht erklärt.

    11.1 "Daß die bewußte nennende Beziehung eines Namens auf eine wahr-
    genommene Sache nicht identisch ist mit einem bloßen assoziativen
    Nach- oder Nebeneinander im Bewußtsein, dürfte jetzt nach HUSSERLS
    Analysen wohl klar sein. Schon v. KRIES („Das absolute Gehör" Zeit-
    schrift für Psychologie 3) hatte darauf hingewiesen, daß die Assoziations-
    psychologie fälschlich dieser ihr unfaßbaren Beziehung einen solchen
    äußerlichen Zusammenhang substituiert. Ich richte mich mit dem nen-
    nenden Wort meinend auf die Sache; erlebe [1910-17] nicht bloß ein äußer-
    liches Beisammen."

    11.2-3 "4. DIE IN DER VERGLEICHSERFAHRUNG GEGEBENEN INHALTE .
    Das Verhältnisurteil schöpft seine Gewißheit aus dem Erlebnis [1910-18] des
    Vergleichens ; welcher Art sind die in diesem Erlebnis [1910-19] dem Urteilenden [>12]
    gegebenen Inhalte, und wie verhalten sie sich zu den im Urteil ver-
    glichenen Gegenständen?

    12.1-4   "Zunächst kommen dann, wenn wir Farben, Gewichte usw. vergleichen,
    zumeist nicht Empfindungs- , sondern Wahrnehmungserlebnisse [1910-20] in Be-
    tracht. Nicht aber diese Erlebnisse [1910-21] sind als das uns Gegebene zu be-
    zeichnen, sie sind nur vorhanden , erlebt [1910-22], sondern das in ihnen
    als wahrgenommen , als erfaßt sich Darstellende , die Wahrnehmungs-
        RS:   Wahrnehmungserlebnisse nicht erklärt.

    (oder eventuell Empfindungs-) Inhalte bzw. Gegenstände.
        Die Erlebnisse [1910-23] sind natürlich notwendig psychisch und subjektiv,
    die Inhalte dagegen nicht. Was alles uns als wahrnehmbarer Inhalt
    gegeben sein kann , kann nicht physiologisch deduziert, sondern nur
    phänomenologisch konstatiert werden. Dann zeigt sich aber, daß wir
    nicht nur Farben , Töne , sondern auch Tastinhalte wie Schwere , Härte
    als objektive physische Qualitäten unmittelbar wahrnehmen."

    19 "Mag es auch tatsächlich in Einzelfällen vorkommen, daß zwei Inhalte,
    die an sich nicht in einer komparativ ausdrückbaren Verschiedenheits-
    beziehung stehen , auf einem Umwege den Anschein einer solchen
    für uns erhalten, wie könnte allgemein und primär etwas derartiges
    möglich sein , wenn nirgendwo solche Inhalte selbst unmittelbar als
    in einem Steigerungsverhältnis stehend erfaßt würden? Der Schein setzt
    doch psychologisch notwendig eine schon irgendwo erfahrene Wirklich-
    keit voraus, die er eben vortäuscht und nachahmt! Wie kann ich auch
    nur den „Eindruck" haben, ein Schmerz sei „ stärker" als ein anderer,
    wie hier auf die Idee eines Stärkewachstums kommen, wenn mich die
    Wirklichkeit immer nur Schmerzen erleben [1910-24] äßt, die zueinander
    bloß in unsagbaren , nicht als Steigerung sich darstellenden Ver-
    schiedenheitsverhältnissen stehen? Eine qualitative Änderung und
    räumliche Ausbreitung einer Schmerzempfindung aus Bequemlichkeit als
    Stärkezunahme der anfänglichen qualitativ gleichbleibend gedachten zu
    fassen , kann mir nur dann in den Sinn kommen, wenn das letztere
    Phänomen mir irgendwo wirklich selbst gegeben ist!"

    21f.1-3 "Eine nähere Untersuchung dürfte sogar zeigen, daß das Erlebnis [1910-25] der
    rein qualitativen Steigerung das ursprünglichere ist. Auch die Steigerung
    22I. Teil. Voruntersuchungen. Das Problem der qualitativen Steigerung.
    wirklicher „Größen“ , z. B. das Längersein einer von zwei gesehenen
    Strecken, nehmen wir ursprünglich als eine qualitative Steigerung wahr und
    nicht als ein quantitatives Wachstum, bzw. als eine Vermehrung der in
    der zweiten Strecke enthaltenen Einheiten. Das primäre Erlebnis [1910-26] von
    Längensteigerung enthält von letzterem noch nichts, ist aber gleichwohl
    schon ein Erlebnis [1910-27] von Steigerung."
            RS: primäre Erlebnisse nicht erklärt.

    31.1-2 "So stützt sich z. B. nach SCHUMANN beim Vergleich kurzer Zeitstrecken
    das Urteil „kürzer" auf den bei der zweiten Zeitstrecke erlebten [1910-28] Neben-
    eindruck der Überraschung ; nach G. E. MÜLLER beim Gewichtsvergleich das
    Urteil „ schwerer" auf den absoluten Eindruck der Schwere , den das
    zweite Gewicht macht; das Urteil „gleich" beim Vergleich von Tönen kann
    nach WHIPPLE bedingt sein durch einen eigentümlichen Vertrautheits-
    charakter des Vergleichstones.
        Verwandt hiermit ist die Ansicht, daß die letzte Grundlage der
    Sukzessivvergleichsurteile eigenartige Gefühls- oder Empfindungs-
    erlebnisse [1910-29] seien, die beim Übergang der Aufmerksamkeit von einem
    Objekt zum andern eintreten sollen und von dem tatsächlichen Ver-
    hältnis zwischen den Objekten funktionell in ihrer wechselnden Eigen-
    art abhängen , ohne jedoch selbst eigentliche Verhältniswahrnehmungen
    zu sein. So sollten Gleichheitsgefühle dem Gleichheitsurteil zugrunde
    liegen, Unterschiedsempfindungen die Behauptung von Verschiedenheit
    bedingen."
        RS: Empfindungserlebnisse nicht erklärt.

    32 "Denn das resultierende Urteil behauptet ja nicht bloß etwa: Beim
    zweiten Objekt wird ein Nebeneindruck oder ein Übergangserlebnis
    erlebt [1910-30], sondern es behauptet, eventuell gestützt auf solche Eindrücke :
    Zwischen beiden Objekten besteht das und das Verhältnis z. B. „Zeit-
    strecke B ist kürzer als A." Mag man nun das Urteil sich bewußt
    „stützen" lassen auf den Nebeneindruck, oder mag man es sich durch
    denselben bloß kausal „ausgelöst" denken , immer sind vermittelnde
    Erlebnisse [1910-31] vorausgesetzt, die an einen solchen Nebeneindruck ein solches
    Urteil knüpften. Daß der Nebeneindruck tatsächlich von dem vorhandenen
    Verhältnis abhängt und ein Symptom desselben ist, nützt dem Urteilenden
    ja nur dann etwas, wenn ihm dieser Zusammenhang durch Erfahrung
    geläufig ist. Nur dann, wenn die Abhängigkeit des Nebeneindrucks
    vom Bestehen eines solchen Verhältnisses erfahren wurde, kann sich
    eine Assoziation zwischen ihm und dem entsprechenden Urteil bilden,
    nur dann kann er als Grund der Gewißheit ein überzeugtes Urteil stützen.



    Brunswig, Alfred (1921) Einführung in die Psychologie. München: Rösl & Cie.
    160 Seiten

    Zusammenfassung Brunswig 1921
     
    1921-Z1 Das Digitalisat wurde nach den Suchtexten "erleb (138), erlebt(e,en) (21), erleben (21) und Erlebnis (89) durchsucht.
    Gesucht wurde nach Download von 131 Fundstellen waren mit NuancePowerPDF auffindbar. Es wurden die erster 24 Fundstellen lückenlos der Reihe nach auf den ersten 41 Seiten erfasst. Nach der hier angewwandten Methode der Textanalyse  werden die Fundstellen bis zum Abbruch lückenlos erfasst. Man darf annehmen, dass wichtigere Begriffe einer wissenschaftlichen Arbeit bei den ersten Erwähnungen (Regeln Grundbegriffe, Begriffsbasis, Aristoteles Zum Geleit), habe ich mich auf die ersten 24 Erwähnungen der ersten 41 Seiten beschränkt. Vergleichen mit der Arbeit von 1910 gibt es Fortschritte in den Ausführungen zum Erleben.
     
    1921-Z2 Fundstellen im Titel, Inhaltsverzeichnis und Text (Sachregister nicht vorhanden):

      Titel:  erleb    0
      Inhaltsverzeichnis   erleb 0
      Sachregister nicht vorhanden.
      Text
          erleb    138
          elebt(e,n)  21
          erleben  21
          Erlebnis 89
          Anmerkung: Die Summe erleb, erlebt, Erlebnis ergibt 131, 7 "erleb" sind mithin nicht aufgeklärt.


    1921-Z3 Kommentierte Erfassungen

    • RS-1921-11: bloße Erwähnung.
    • RS-1921-: S.12 bloße Erwähnung.
    • RS-1921-: S. 16 bloße Erwähnung.
    • RS-1921-: S. 18.1 bloße Erwähnung.
    • RS-1921-: S. 18.2 bloße Erwähnung.
    • RS-1921-: [1921-6], S.18.3 erste nähere Bestimmung des Erlebens durch: "... das Psychische ist derartiges wie Freude, Gedanke, Entschluß; ..."
    • RS-1921-1: bloße Erwähnung.
    • RS: [1921-2], S. 22. Zweite nähere Bestimmung durch: "Ich erlebe meine Leiden und Freuden" gehe darin auf, ohne ein weiteres gegenständliches Bewußtsein meines Zustandes" Hier gibt es ein Nähe zu Lipps. Diese Stelle beschreibt Erleben im engeren und eigentlichen Sinne.

    • RS-1921-S. 22: These "alles ursprüngliche Seelenleben als ein unbewußtes"
    • RS-1921-S.24: These "vorpersönlichen, ichlosen Seelenlebens"
    • RS-1921-S.26: postuliert umuittelbares erleben, wonach es auch ein mittelbares geben müsste, eklärt B. aber nicht. Es fehlt durchgängig an operationalen, nachvollziehbaren Beispielen.
    • RS-1921-S.29f: Selbsterleben wird eingeführt aber die Spezifikation erklärt B. nicht.
    • RS: B. benennt die allgemein bekannte Achillesverse der subjektiven Erkenntnis, der sich fremdem Zugang und Kontrolle entzieht.
    • RS-1921-S. 29: Das ist richtig, aber wir erfahren z.B. nichts darüber wie B. dies nutzt. (wie man es nutzen könnte und sollte hat Brentano gezeigt).
    • RS-1921-S.29: Direkte Beobachtung geht nur, wenn wir ein zweites Ich, ein Meta-Ich annehmen (James' I und Me), wofür einiges spricht.
    • RS-1921-S.29: Ja, so könnte es gehen. Die Formulierung "eigenes Erleben" setzt eigentlich auch ein nicht-
    • eigenes, also fremdes Erleben voraus, was hier nur erwähnt und nicht näher ausgeführt wird.
    • RS-1921-S.31f: schwer zu verstehen, dass bewusste Gegenstände nicht "selbst nicht schon gegenständlich bewußt" sein sollen.
    • RS-1921-S.31f: Postuliert, das man sich seines Erlebens bewusst sein kann. Dies geschähe durch Reflexion.
    • RS-1921-S.31f: Postuliert das Erleben gleichzeitig erfasst werden kann oder unmittelbar danach erfolgt. Das Gleichzeitzeitigkeitspostulat setzt ein Meta-Ich voraus.
    • RS-1921-S.32: B. differenziert Selbstbewusstsein im Sinne wissen, was in einem vorgeht und Selbstbeo-
    • bachtung.
    • RS-1921-S.32: B. problematisiert die Selbstbebachtung nachvollziehbar; er hält Selbstbeobachtung bei Erleben, in dem man aufgeht, nicht für möglich. B. posutliert und anerkennt gleichzeitige Erlebnisse und gibt als Beispiele leichten Zahnschmerz oder Ärger an.
    • RS-1921-33.1: Selbstbeobachtung könne gesteigert werden.
    • RS-1921-S.33.2: Ein wichtiger und richtiger Hinweis, wobei Ausführungen fehlen, wie das geht.
    • RS-1921-S.34: B. weist auf die Schwierigkeit hin, Erleben in Begriffe zu fassen.
    • RS-1921-S.40f: B. postuliert Vergleicherlebnisse ohne dies nähere auszuführen oder Beispiele zu geben, was überhaupt eine Schwäche seiner Arbeit ist.
    • RS-1921-S.41 programmatisch, aber keine Durchführungsberichte. Hier fragt sich, warum macht das B. sowie fast alle psychologischen Erlebensforscher, nicht?


    1921-Z-Fazit Gegenüber der Relationenvergleich 1910 gibt es deutliche Fortschritte zum Erlebensbegriff mit näheren  Bestimmungen z.B. S. 18 "... das Psychische ist derartiges wie Freude, Gedanke, Entschluß; ..." oder S. 22  "Ich erlebe meine Leiden und Freuden" gehe darin auf, ohne ein weiteres gegenständliches Bewußtsein meines Zustandes". Hier gibt es sogar eine Nähe zu Lipps. Diese Stelle beschreibt Erleben im engeren und eigentlichen Sinne. Aber die grundlegende Unterscheidung zwischen gegenständlichem Erleben und echtem eigentlichen Erleben (Lipps 1907) erwähnt er nicht, was mich verwunderte, weil er doch bei Lipps promoviert hat. B. formulierte auch einige Spezifikationen oder Thesen z.B. S. 22: These "alles ursprüngliche Seelenleben als ein unbewußtes", spricht auch S.24 von "vorpersönlichen, ichlosen Seelenlebens" oder S.26 von "umuittelbarem erleben". S. 32 problematisiert problematisiert B. die Selbstbebachtung, die auch S. 33 für steigerungsfähig hält, nachvollziehbar; aber er hält Selbstbeobachtung bei Erleben, in dem man aufgeht, nicht für möglich. B. posutliert und anerkennt gleichzeitige Erlebnisse und gibt als Beispiele leichten Zahnschmerz oder Ärger an. S. 41 berichtet B. dass er sich sein Studienmaterial selbst erzeugt, allerdings ohne Belege oder beispielhafte Berichte. Und er fordert völlig richtig: "Und so bei jeder Frage der Psychologie immer wieder praktisch das Erlebnis sich vorzuführen, ist Pflicht jedes gewissenhaften Forschers. Die experimentelle Psychologie macht dies im Grunde selbstverständliche Verfahren mit Recht zur ausdrücklichen Forderung an jede wissenschaftliche Psychologie."



    1921-Text

    11: "... Uns
    Neueren ist aber Psychologie ausdrücklich Erfahrungswissenschaft,
    nicht Metaphysik; ihr Gegenstand ist uns nichts Jenseitiges und Problematisches,
    sondern liegt zweifelsfrei und
    offen vor uns ausgebreitet: es ist das seelische
    Leben selbst, dessen wir Menschen zum mindesten
    uns aus unserem eigenen innern Erleben [1921-1]
    mit absoluter Gewißheit bewußt sind, während
    über die Existenz der Seele als eines besonderen
    vom Leibe verschiedenen Wesen vorerst
    jedenfalls Zweifel bestehen."

      RS-1921-11: bloße Erwähnung.


    12: "... Das seelische Leben ist durch seine unmittelbar
    erlebte Eigenart [1921-2] und nicht etwa erst als Leben
    jener metaphysischen Seele bestimmt."

      RS-1921-: S.12 bloße Erwähnung.


    16: "Von innen erlebt [1921-3] ist der Gedanke
    eben doch wesensverschieden von dem ihm
    entsprechenden Nervenprozeß, als von außen [>17]
    gesehenem.

      RS-1921-: S. 16 bloße Erwähnung.


    18.1-3 "Zudem ist es irreführend,
    die Farben usw., die wir an den Körpern
    wahrnehmen, selbst als Empfindungen
    und somit als Psychisches anzusprechen, nicht
    die bloße Farbe, sondern das Erlebnis des
    Empfindens [1921-4] der Farbe, ist ein wirklicher psychischer

      RS-1921-: S. 18.1 bloße Erwähnung.
    Vorgang. Aus solchen Vorgängen
    bestehend aber denkt niemand die Körper.
    So bleibt, auch wenn mit dem Idealismus die
    Welt der Dinge sich nur im Geiste aufbaut,
    dennoch ein fundamentaler Unterschied zwischen
    diesen für den Geist zum Objekt gewordenen
    Dingen und dem unmittelbar erlebten [1921-5]
    innern Leben des Geistes selbst. Lekteres
      RS-1921-: S. 18.2 bloße Erwähnung.
    nur ist der eigenartige und wohlunterschiedene
    Gegenstand der Psychologie.
        Alle nähere begriffliche Bestimmung des
    Psychischen setzt das unmittelbare Erleben [1921-6] und
    darauf gegründete Wortverständnis voraus.
    Wohl kann man es durch Beispiele verdeut-[>19]
    lichen: das Psychische ist derartiges wie
    Freude, Gedanke, Entschluß; wohl sagen, was
    es im Gegensatz zum Physischen nicht ist:
    ein Gedanke ist nicht rot oder grün, nicht rund,
    hart, schwer, raumerfüllend; aber alle positiven
    Bestimmungen fordern bereits vorhandenes
    psychologisches Verständnis ; so auch, wenn
    ich das Seelische als das nur „innerlich" Vorfindbare
    bezeichne; denn was heißt hier „innerlich"?
    Kein Körperlich - Inneres ist gemeint,
    so wäre „in" mir Herz und Eingeweide und die
    kleinsten Elemente meiner Nervenzellen; aber
    das ,„Innere", in dem mein Seelenleben sich abspielt,
    entzieht sich allem räumlichen Verständnis
    und liegt eben doch jenem „innern" Blick
    offen. „Wer den Dichter will verstehen, muß
    in Dichters Lande gehen" - das gilt auch für
    den Psychologen und für das Verständnis
    psychologischer Begriffe."
      RS-1921-: [1921-6], S.18.3
      erste nähere Bestimmung des Erlebens durch:
      "... das Psychische ist derartiges wie
      Freude, Gedanke, Entschluß; ..."


    22.-1-2 "In diesem höheren Sinn ist Bewußtsein =
    Gegenstandsbewußtsein. Ich bin mir einer
    Sache, z. B. einer seelischen Regung in mir
    bewußt, heißt dann: ich als wissendes Subjekt
    beziehe mich wissend auf diese Sache, die ich
    dabei als Objekt meines Wissens von mir unterscheide.
    Dieses höhere gegenständliche Bewußtsein
    habe ich keineswegs von vornherein
    all meinen eigenen innern Zuständen und Erlebnissen [1921-7]

      RS-1921-1: bloße Erwähnung.
    gegenüber. So, gegenständlich, bin
    ich mir vielmehr zunächst der äußern Objekte,
    erst viel später meiner eignen innern Zustände
    bewußt. Freilich kann auch mein innerer Zustand
    mir jederzeit so zum Bewußtsein kommen;
    aber er muß es nicht; zunächst lebe
    ich ihn nur, ohne solch höheres Bewußtsein davon.
    Ich erlebe meine Leiden und Freuden [1921-8] und
      RS: [1921-2], S. 22.
      Zweite nähere Bestimmung durch:
      "Ich erlebe meine Leiden und Freuden"
      gehe darin auf, ohne ein weiteres gegenständliches
      Bewußtsein meines Zustandes"
      Hier gibt es ein Nähe zu Lipps. Diese Stelle
      beschreibt Erleben im engeren und eigentlichen
      Sinne.


    gehe darin auf, ohne ein weiteres gegenständliches
    Bewußtsein meines Zustandes. Insofern
    wäre also alles ursprüngliche Seelenleben als
    ein unbewußtes zu bezeichnen; freilich als ein
    nur relativ-unbewußtes, d.h. als nicht einem wissenden
    Subjekt als Objekt bewußt; es bleibt
    aber immer in jenem elementaren Sinn ein Leben
    des Bewußtseins selbst. "

      RS-1921-S. 22: These "alles ursprüngliche Seelenleben als
      ein unbewußtes"


    24: "Es gibt eine Stufe vorpersönlichen, ichlosen
    Seelenlebens, dem überhaupt jene uns
    vertraute Bezogenheit aller Erlebnisse [1921-9] auf ein
    Ich oder Subjekt als sie alle wissenden Mittelpunkt
    noch fehlt; ein allgemeines diffuses
    Weben in seinen Zuständen (annähernd etwa
    beim Einschlafen, in völliger Zerstreutheit ...)."

      RS-1921-S.24: These "vorpersönlichen, ichlosen
      Seelenlebens"


    26 "... Kann sich die
    Psychologie bei diesem, anscheinend unmittelbar
    erlebten [1921-10], engen Zusammenhang, ja dieser [>27]

      RS-1921-S.26: postuliert umuittelbares erleben,
      wonach es auch ein mittelbares geben
      müsste, eklärt B. aber nicht. Es fehlt
      durchgängig an operationalen, nach-
      vollziehbaren Beispielen.
    psycho-physischen Einheit vieler menschlicher
    Lebensäußerungen eng beschränken auf das
    rein Innerliche des seelischen Lebens; wird sie
    nicht vielmehr zugleich die leiblichen Erscheinungen
    des Geistigen, das ganze äußere „Benehmen"
    mitberücksichtigen müssen, um der
    Einheit des Menschen gerecht zu werden? -

    29f.1-4 "Das seelische Leben in seiner reinen Innerlichkeit
    ist, im Unterschied von physischen Objekten,
    nur dem allein unmittelbar zugänglich,
    der es selbst lebt; ein und derselbe seelische
    Vorgang kann nicht zugleich von mehreren
    Personen beobachtet werden, wie etwa ein
    chemischer Prozeß, sondern nur von demjenigen,
    in dem er sich abspielt. Somit ist Selbsterleben [1921-11]

      RS-1921-S.29f: Selbsterleben wird eingeführt aber die
      Spezifikation erklärt B. nicht.


    und Selbstbeobachtung seines Erle- [>30]
    bens [1921-12] der einzige direkte Weg zur Erkenntnis

      RS: B. benennt die allgemein bekannte Achillesverse
      der subjektiven Erkenntnis, der sich fremden Zugang
      und Kontrolle entzieht.


    des Psychischen, die Erkenntnisquelle desselben
    schlechthin. Das ist einerseits ein Vorzug:
    jeder trägt in sich selbst sein Forschungsobjekt
    mit sich herum, braucht nicht anderweit

      RS-1921-S. 29: Das ist richtig, aber wir erfahren
      z.B. nichts darüber wie B. dies nutzt.
      (wie man es nutzen könnte und sollte
      hat Brentano gezeigt).


    zu suchen. Andrerseits aber eine Schwierigkeit
    schon insofern, als eben nur er allein sein
    inneres Erlebnis [1921-13] unmittelbar beobachten kann,

      RS-1921-S.29: Direkte Beobachtung geht nur, wenn wir
      ein zweites Ich, ein Meta-Ich annehmen (James' I und Me),
      wofür einiges spricht.


    niemand anderer so wie er in ihn hineinschauen
    kann, somit die gemeinsame, sich gegenseitig
    ergänzende und berichtigende Beobachtung
    durch mehrere Forscher hier zunächst fehlt.
    Somit hat alle direkte Erkenntnis des innern
    Lebens notwendig etwas ausschließlich Subjektives.
    - In seinen Äußerungen ist allerdings
    auch das Psychische Mehreren gemeinsam zugänglich,
    aber die reine Innerlichkeit desselben
    kann aus den Äußerungen Anderer nur erschlossen
    werden und seht ein gewisses Maß
    von aus eigenem Erleben [1921-14] gewonnenen Verständnis
    des Psychischen schon voraus. Nur
    die wissenschaftliche Zusammenarbeit, die
    gegenseitige Ergänzung und Kontrolle der
    Selbstbeobachtungsergebnisse vieler Forscher,
    kann diese unvermeidliche Subjektivität der
    ursprünglichen Erkenntnis des Psychischen
    wahrhaft überwinden."

      RS-1921-S.29: Ja, so könnte es gehen. Die Formulierung
      "eigenes Erleben" setzt eigentlich auch ein nicht-
      eigenes, also fremdes Erleben voraus, was hier nur
      erwähnt und nicht näher ausgeführt wird.


    31f.1-5 "Zur ursprünglichen Wirklichkeit des Psychischen
    gehört ja nicht dies, gegenständlicher
    Bewußtseinsinhalt, geschweige denn Beobachtungsobjekt
    zu sein. Seine ursprüngliche Wirklichkeit
    ist sein Gelebtsein. Auch die Seelenvorgänge,
    in denen wir uns der Gegenstände
    bewußt sind, sind selbst nicht schon gegenständlich
    bewußt. Das bloße Durchleben seiner

      RS-1921-S.31f: schwer zu verstehen, dass bewusste
      Gegenstände nicht "selbst nicht schon
      gegenständlich bewußt" sein sollen.
    seelischen Zustände ist noch kein von ihnen
    wissen. Aber allerdings gehört die Möglichkeit,
    sich seiner innerlichen Lebendigkeit auch
    gegenständlich bewußt zu werden, unaufhebbar
    zum Wesen des Seelenlebens mindestens
    des Menschen, als des seiner selbst bewußten,
    geistigen, Subjekts. Dieses möglich gegenständliche
    Bewußtsein seines selbst wird verwirklicht
    durch den Vorgang der „Reflexion“,
    der Zurückbiegung des Strahls der geistigen
    Aufmerksamkeit auf das eigene Innere.
      RS-1921-S.31f: Postuliert, das man sich seines
      Erlebens bewusst sein kann. Dies
      geschähe durch Reflexion.


    Diese Reflexion auf sich ist dauernd gleichsam
    auf dem Sprunge. Sie kann die Gegenwart
    eines Erlebnisses [1921-15] gleichzeitig begleiten
    oder ihm unmittelbar zeitlich nachfolgen.

      RS-1921-S.31f: Postuliert das Erleben gleichzeitig erfasst
      werden kann oder unmittelbar danach erfolgt.
      Das Gleichzeitzeitigkeitspostulat setzt ein
      Meta-Ich voraus.


    Durch sie erst gibt es überhaupt die Möglichkeit
    eigentlichen Wissens von unsern innern
    Zuständen; durch sie weiß auch schon der psychologisch
    Ungeschulte von seinem seelischen [>32]
    Leben und versteht er die gewöhnlichsten psychologischen
    Ausdrücke.-
    Allein auch dieses gegenständliche, reflexive
    Bewußtsein seiner seelischen Zustände ist noch
    nicht eigentliche Selbstbeobachtung, d.h.
    aufmerksame Betrachtung seiner Erlebnisse [1921-16] in

      RS-1921-S.32: B. differenziert Selbstbewusstsein im Sinne
      wissen, was in einem vorgeht und Selbstbeo-
      bachtung.
    der Absicht, dadurch psychologische Erkenntnisse
    zu gewinnen. Solche Selbstbeobachtung
    ist vielmehr gegenüber dem natürlichen Selbstbewußtsein
    immer schon etwas künstliches, oft
    auch etwas unmögliches. Es widerspricht dem
    natürlichen Verhalten, sich selbst bei seinen
    innern Regungen als kalter Zuschauer zu belauschen;
    auch setzt die hierzu erforderte theoretische
    Distanz gegenüber sich selbst ein
    ziemliches Maß geistiger Kultur voraus; und
    endlich schließt diese Selbstbeobachtung eine
    Art Spaltung seiner selbst in beobachtendes
    Subjekt und beobachtetes Objekt ein, die
    mangels der Begrenztheit der psychischen Kraft
    gar nicht allezeit möglich ist, jedenfalls nicht
    solchen Erlebnissen [1921-17] gegenüber, in deren Erleben [1921-18]
    ich ganz aufgehe; nur ein Erlebnis [1921-19], das
    sich mehr an der Peripherie meines Selbst abspielt,
    etwa ein leichter Zahnschmerz oder
    Ärger, ist leicht gleichzeitig beobachtbar."
      RS-1921-S.32: B. problematisiert die Selbstbebachtung
      nachvollziehbar; er hält Selbstbeobachtung
      bei Erleben, in dem man aufgeht, nicht für möglich.
      B. posutliert und anerkennt gleichzeitige
      Erlebnisse und gibt als Beispiele leichten
      Zanhschmerz oder Ärger an.


    33.1-2 "Aber die eigentliche Selbstbeobachtung seiner
    gleichzeitigen Erlebnisse [1921-20] hat zum Glück
    gar nicht jene ausschlaggebende Bedeutung,
    die ihr namentlich psychologische Neulinge
    anfangs beilegen; ja, sich dauernd gleichsam
    auf frischer seelischer Tat ertappen wollen, bedingt
    eine Hemmung oder Verfälschung des
    naturwüchsigen Seelenlebens und geht wohl
    durch die Beobachtung selbst erst erzeugte
    Phänomene an seine Stelle; gereicht also n. U.
    nicht nur dem Psychologen als Menschen, sondern
    auch seiner Psychologie zum Nachteil.
    Grundlegend bleibt vielmehr für die psychologische,
    wissenschaftliche Selbsterkenntnis die
    Selbstwahrnehmung, d. h. jenes natürliche reflexive
    Bewußtsein seiner eigenen inneren
    Lebendigkeit, das nur, wo es angebracht ist,
    zur eigentlichen Selbstbeobachtung gegenwärtiger
    Zustände gesteigert werden soll.

      RS-1921-33.1: Selbstbeobachtung könne gesteigert werden.


        Ebenso wichtig aber und viel leichter möglich
    ist die Analyse seiner Erlebnisse unmittelbar [1921-21]
    nach ihrem Ablauf, gestützt auf das noch
    frische erinnernde Bewußtsein der eben verflossenen;
    hier nämlich fallen jene Hemmnisse
    der Selbstbeobachtung gegenwärtiger Eindrücke
    zum Teil fort, während doch noch das
    deutliche Bewußtsein derselben besteht."

      RS-1921-S.33.2: Ein wichtiger und richtiger Hinweis, wobei
      Ausführungen fehlen, wie das geht.


    34 "DritteSchwierigkeit: die wissenschaftliche
    Festlegung seelischen Lebens.
        Die seelischen Lebensvorgänge sind also
    allein dem sie erlebenden [1921-22] Subjekt unmittelbar
    zugänglich und auch von ihm nur unterSchwierigkeiten
    zu beobachten. Die schwerste Aufgabe
    aber wohl ist es, diese in uns selbst
    wahrgenommenen seelischen Erscheinungen
    durch ihre Eigenart angemessene Begriffe zu
    fassen und durch verständliche sprachliche
    Mittel darzustellen."

      RS-1921-S.34: B. weist auf die Schwierigkeit hin, Erleben
      in Begriffe zu fassen.


    40f.1-2 "Will ich etwa den psychischen
    Vorgang des Vergleichens untersuchen, so [>41]
    werde ich mich nicht bloß an den Schreibtisch
    seßen und mit den Erinnerungen an meine bisherigen
    Vergleichserlebnisse [1921-23] mich begnügen

      RS-1921-S.40f: B. postuliert Vergleicherlebnisse ohne dies
      nähere auszuführen oder Beispiele zu geben, was
      überhaupt eine Schwäche seiner Arbeit ist.


    (obwohl auch so schon wichtige Wesensanalysen
    möglich sind), sondern ich werde tatsächlich
    Vergleiche in größerer Zahl absichtlich
    ausführen und ausführen lassen, und zwar
    unter zweckmäßig vereinfachten und variierbaren
    Bedingungen und mich und andere dabei
    beobachten, bzw. beobachten lassen. Damit
    schon experimentiere ich, erzeuge ich mir absichtlich
    und planmäßig mein Studienmaterial.

      RS-1921-S.41 programmatisch, aber keine Durch-
      führungsberichte.
    Und so bei jeder Frage der Psychologie immer
    wieder praktisch das Erlebnis [1921-24] sich vorzuführen,
    ist Pflicht jedes gewissenhaften Forschers. Die
    experimentelle Psychologie macht dies im
    Grunde selbstverständliche Verfahren mit Recht
    zur ausdrücklichen Forderung an jede wissenschaftliche
    Psychologie."
      RS-1921-S.41: aber warum macht das B. sowie fast alle
      psychologischen Erlebensforscher nicht?


    Abbruch 1921 Einführung in die Psychologie



    Kurzporträt Alfred Brunswig (KI unterstützt)
    Alfred Brunswig (13. Juni 1877 – 22. Juni 1927) war ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer und gehört zum Umfeld der frühen Phänomenologie um Theodor Lipps und Edmund Husserl .

    Werdegang und akademische Laufbahn

    • 1877: geboren in Plau am See (Mecklenburg) .
    • 1896: Abitur in München .
    • 1896-1904: Studium in München und Berlin. Promotion im Jahr 1904 bei dem Psychologen und Philosophen Theodor Lipps. In dieser frühen Phase vertrat Brunswig zunächst dessen psychologische Position (Psychologismus) .
    • 1904-1910: Privates Studium bei Edmund Husserl in Göttingen und Carl Stumpf in Berlin .
    • 1910: Habilitation in München. Seine Habilitationsschrift ist die von Ihnen untersuchte Arbeit über das Vergleichen und die Relationserkenntnis .
    • 1916/17: Berufung an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster .


    Kriegsjahre und spätere Entwicklung
        1914-1918: Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Soldat, Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse .
        1918: Lehrtätigkeit an der Universität Dorpat (heute Tartu, Estland) .
        Wirkungsstätte bis zu seinem Tod: Münster.

    Philosophische Entwicklung und Position
    1. Kritik an Husserl:
    Brunswig übte Kritik an Edmund Husserls Konzept der "Wesensschau" und dessen Evidenzbegriff. Diese Kritik war Teil der internen Diskussionen in der frühen phänomenologischen Bewegung .
    2. Kriegserlebnis als Wende:
    Ein zentraler Wendepunkt in Brunswigs Denken war sein Fronterlebnis im Ersten Weltkrieg. Dieses Erlebnis gab ihm nach eigenem Bekunden den "Mut zur Metaphysik", also den Mut zu einer spekulativen, über die reine Erfahrung hinausgehenden Philosophie. In der Folge wandte er sich stärker metaphysischen und religiösen (Glauben) Themen zu .
    3. Publikationen und thematische Breite:
    Brunswigs Werk zeigt eine Entwicklung von frühen erkenntnistheoretischen und psychologischen Studien hin zu metaphysischen und philosophiehistorischen Themen.

        1910: Das Vergleichen und die Relationserkenntnis (Ihr Analyse-Gegenstand)
        1914: Das Grundproblem Kants
        1921: Einführung in die Psychologie
        1922: Hegel
        1925: Leibniz. Deutschlands universellster Geist (darin wird betont der "germanische Denker" hervorgehoben)
        1926: Das Gedächtnis und seine Erziehung

    Kontext: Die München-Göttinger Phänomenologie
    Brunswig war Teil der sogenannten "Münchner Phänomenologischen Schule" . Diese Gruppe von Denkern (u.a. Alexander Pfänder, Max Scheler, Adolf Reinach, Edith Stein) wurde zwar stark von Husserl inspiriert, entwickelte aber eigenständige Positionen, insbesondere in der Realismus- und Sozialphilosophie. Die Tatsache, dass Brunswig trotz seiner Kritik zu diesem Kreis gezählt wird, unterstreicht seinen Rang als ernstzunehmender, eigenständiger Denker in dieser Bewegung.
     



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    Literatur (Auswahl)

    • Brunswig, Alfred (1910) Das Vergleichen und die Relationenerkenntnis. Leipzig. Teubner. [186 Seiten]




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    GIPT= General and Integrative Psychotherapy, internationale Bezeichnung für Allgemeine und Integrative Psychotherapie.
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    Querverweise
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    Zitierung
    Sponsel, Rudolf  (DAS). Erleben und Erlebnis bei Alfred Brunswig. IP-GIPT. Erlangen: https://www.sgipt.org/gipt/erleben/Brunswig.htm

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    14.05.2026    Angelegt und ausgearbeitet (Anlass Identitätsstudie zu Brunswig).