ÄlterGEFÜHL und AltGEFÜHL
Originalrecherche von Rudolf Sponsel, Erlangen
Kurzzusammenfassung
(Abstract)
In einer Pilotstudie mit 32 Teilnehmenden wurden die Konzepte „Altgefühl“
und „Ältergefühl“ sowie ihre Unterscheidung zum „Älterbewusstsein“
und gegenüber einigen Gefühlsklassikern wie Angst, Freude, Trauer,
Lust den Gefühlklassern untersucht.
Die Ergebnisse zeigen eine klare phänomenologische Trennung:
28% gaben an, ein Altgefühl zu kennen,
während ein Ältergefühl von 59% bejaht wurde. 56%
kennen kein Altgefühl, während nur 34% kein Ältergefühl
kennen.
Fast alle Befragten können eindeutig sagen,
ob sie ein Altgefühl haben – aber die wenigsten können beschreiben,
wie es sich im Erleben zeigt.
Dies legt eine revolutionäre Hypothese - die
im nächsten Fragebogen genauer untersucht wird - nahe: Neben dem unmittelbaren
Erleben müsste ein Meta-Erleben existieren, das für die Auskunftsfähigkeit
über eigene Gefühlszustände ausschlaggebend ist.
1. Altgefühl (FB1): Eine klare
Ja/Nein-Antwort – aber kein Erlebniszugang
Quantitativ
Nein: 56%
Ja: 28%
Teilweise / unklar: 16%
Qualitativ: Das Paradoxon der Auskunftsfähigkeit
“Ich weiß, dass ich kein Altgefühl habe
– aber ich könnte nicht sagen, wie es wäre, wenn ich eines hätte.”
(implizit in vielen Antworten enthalten)
“Es ist mehr ein Wissen … als ein direktes Fühlen.”
(LN3)
“Ich fühle mich langsamer, kraftloser – aber
das ist kein Gefühl im klassischen Sinne.” (LN9)
Erkenntnis Altgefühl
Die Teilnehmenden sind sich sicher in ihrer Ja/Nein-Antwort – doch
der phänomenale Zugang („Wie fühlt es sich an?“) fehlt. Dies
deutet auf eine Meta-Ebene der Selbsteinschätzung hin, die neben dem
bewussten Erleben existiert.
2. Ältergefühl (FB2):
Konkreter, aber ebenfalls schwer beschreibbar
Quantitativ
Ja: 59%
Nein: 34%
Teilweise: 6%
Typische Aussagen
“Ja, seit etwa 3–4 Jahren.” (LN2)
“Beim Treppensteigen merke ich es.” (LN8)
“Manches geht nicht mehr so leicht.” (LN24)
Erkenntnis Ältergefühl
Ältergefühl wird häufiger bejaht – es ist an konkrete
körperliche oder kognitive Veränderungen geknüpft. Doch
auch hier zeigen sich Beschreibungslücken: Die Befragten können
benennen, wann oder woran sie es merken – aber nicht, wie es sich als Gefühl
anfühlt.
3. Das Rätsel der Auskunftsfähigkeit
Ebene Beispiel Erkenntnis
Meta-Ebene (Auskunft) “Ich habe kein Altgefühl.” Sicher, klar,
entscheidungsfähig
Phänomenale Ebene (Erleben) “Ich könnte nicht sagen, wie
es sich anfühlen würde.” Unzugänglich, nicht sprachlich
fassbar
Fast alle können sagen, ob sie ein Altgefühl haben – aber
fast niemand kann es phänomenal beschreiben.
Das legt nahe: Auskunftsfähigkeit ist nicht gleich Erlebenszugang.
4. Beschreibung des Gefühls (FB3): Der Versuch, das Unbeschreibliche
zu fassen
Typische Beschreibungsversuche
Über körperliche Symptome (Nachlassen,
Steifheit)
Über kognitive Veränderungen (langsamer,
vergesslicher)
Über emotionale Begleiterscheinungen (Trauer,
Lustlosigkeit)
Über Abwesenheit von Gefühl (“Es ist kein
Gefühl, sondern ein Wissen.”)
Beispielzitate
“Nachlassen, nicht mehr so können – aber das
Gefühl hat keinen Namen.” (LN1)
“Es ist kein originäres Gefühl – eher
eine aus der Gesamtheit entstehende Gestimmtheit.” (LN10)
Erkenntnis
Die Beschreibungen bleiben metaphorisch, indirekt oder defizitär.
Sie beschreiben Korrelate, nicht das Gefühl selbst. Das bestätigt
die Hypothese eines Meta-Erlebens, das zwar Urteile erlaubt, aber keinen
phänomenalen Zugriff.
5. Unterscheidung: Altgefühl vs. Älterbewusstsein (FB4)
Wie trennen die Befragten die Konzepte?
Gefühl (phänomenal) vs. Wissen (meta-kognitiv)
“Beim Altgefühl spielt meine Stimmung eine
Rolle, beim Bewusstsein nicht.” (LN2)
Unmittelbar vs. reflektiert
“Angst ist spontan – Altgefühl ein stetes Grundgefühl.”
(LN25)
Geistig versus körperlich.
“Altgefühl nehme ich körperlich wahr,
Älterbewusstsein mental.” (LN15)
Erkenntnis
Die begriffliche Trennung gelingt auf der Meta-Ebene – auch ohne phänomenales
Erleben. Dies stützt die Annahme, dass Meta-Urteile über Erleben
und Gefühle unabhängig vom direkten Erleben gebildet werden können.
Anmerkung: Die KI Interpretation muss überarbeitet
werden, weil sie die Frage noch den Unterschied zu einigen Gefühlsklassikern
weglässt.
6. Gesamtschau: Eine neue Hypothese zum Erleben und Gefühlserleben
Die Zwei-Ebenen-Hypothese
Phänomenale Ebene
Das unmittelbare, subjektive Erleben („Wie fühlt
es sich an?“) – beim Altgefühl oft nicht zugänglich.
Meta-Ebene
Die urteilsfähige, aussagekräftige Instanz
(„Habe ich dieses Gefühl?“) – funktioniert auch ohne phänomenalen
Zugang.
Implikationen
Auskunftsfähigkeit? Erlebenszugang
Man kann sicher über Gefühle urteilen,
ohne sie phänomenal zu erleben.
Altgefühl als Testfall
Weil es kein klassisches Basisgefühl ist, offenbart
es diese Diskrepanz besonders deutlich.
Neue Forschungsfragen
Lässt sich dieses Meta-Erleben auch bei anderen
psychischen Funktionen oder „schwer fassbaren“ Gefühlen (z.B. Intuition,
Langeweile) nachweisen?
7. Fazit der Pilotstudie
Die Pilotstudie zeigt nicht nur, wie Altgefühl und Älterbewusstsein
verstanden werden – sie öffnet ein neues Fenster zur Psychologie des
Erlebens:
Ausblick
Diese Pilotstudie legt den Grundstein für eine Neubetrachtung
der Psychologie des Erlebens – nicht nur für das Altgefühl, sondern
für das Verständnis von Meta-Kognition und phänomenaler
Zugänglichkeit insgesamt.
Weitere und differenzierte Ergebnisse und Verbesserungen folgen.
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| Zwischenbericht 03.01.2026, 16:00 Uhr (Briefträger abgewartet):
Stichprobe
Pilotfragebogen AltGEFÜHL für die vorläufige Endauswertung
geschlossen.
Es gingen 33 Fragebogenbearbeitungen ein, 32 davon vollständig auswertbar (17 Männer, 15 Frauen; Durchschnittsalter 69.7) Die ersten Probeauswertungen sind interessant und vielversprechend. Es bahnen sich grundlegend neue Erkenntnisse zum Erleben an (EB143, EB144). Auswertung Stichprobe: Hier interessieren in der Regel die Statistik der soziobiographischen Daten, wie z.B. Alter, Geschlecht, Schulbildung, Berufe, ...; Bearbeitungsdaten z.B. Befinden bei Bearbeitung, Interesse am Thema, Bearbeitungsdauern, Anzahl Missing Data, ...; Sachfragen. Von den statistischen Kennwerten sind in der Regel Anzahl n, n%, Mittelwerte, Standardabweichungen, Minima, Maxima, Verteilungen interessant und üblich. Und es interessieren natürlich die Ergebnisse nach Kriterien, wie Alter, Bildung, Geschlecht, Beruf, Interesse am Thema, Befinden bei Bearbeitung, Dauer der Bearbeitung, Anmerkungen und Kritik, Ruhestand, Rentenstatus, sonstige Tätigkeiten. Einzelauswertungen: Die Einzelauswertung enthält die allgemeinen Ergebnisse und individuellen Werte im Vergleich zur Stichprobe. Es ist PDF Format angestrebt, der Umfang wird ca. 15 Seiten betragen und wird daher nicht mit der Post verschickt, sondern nur auf Wunsch als Mailanhang geliefert. Beispiel:
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| 03.01.2026 Stichtag Ende Erhebung Pilotfragebogen ÄlterGEFÜHL
und AltGEFÜHL
Bearbeitungen, die nicht spätestens am 03.01.2026 bis 16:00 Uhr eingegangen sind, können für die erste Auswertung nicht mehr berücksichtigt werden. . |
| 27.11.2025 Auf dieser Seite werden die Ergebnisse der Pilotbefragung
zum ÄlterGEFÜHL und AltGEFÜHL präsentiert, voraussichtlich
Ende der Weihnachtsferien, um drei Könige herum - so zumindest der
Plan.
Bearbeitungsvarianten zum Downloaden: Word, PDF, txt. |
Entwicklungspsychologie, Gerontopsychologie.
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korrigiert: 05.01.2026 irs Rechtschreibprüfung und gelesen