Begriffsanalyse Zusammenhang
und Beziehung in Fichtes Wissenschaftslehre
Was heißt Zusammenhang?
Welche Zusammenhänge gibt es
Was heißt Beziehung? Welche
Beziehungen gibt es?
Originalarbeit von Rudolf Sponsel, Erlangen
Inhaltsübersicht
Wissenschaftliches
Basis Septett
1. Erkenntnis ergibt sich aus dem Zusammenwirken eines erkennenden
Systems (ES) und einrm Sachverhalt. Erkenntnis ist daher immer gefiltert
durch das ES. Eine Objektive Welt ist eine - in der Wissenschaft gewöhnlich
auch sehr sinnvolle - Konstruktion. Das Ding an sich kann man nicht erkennen,
weil man nur mit einem erkennenden System etwas erkennen kann.
2. Jede Erkenntnis beginnt mit einer Auswahl dessen, was man erkennen
will.
3. Jede Auswahl setzt unterscheiden und vergleichen voraus.
4. Das, was unterschieden wird zum Zwecke der Erkenntnis steht zueinander
in Beziehung und bildet einen Zusammenhang.
5. Wissenschaft erfordert klare Begriffe. Hierzu
Methode
Idee und Methode sind einfach: Erörterungen, Erklärungen,
Begründungen, Definition eines Begriffs erfordern in der Regel die
Nennung des Begriffsnamens, also des Worts, hier Beziehung
und Zusammenhang in ihren verschiedenen sprachlichen Varianten.
Man suche also nach den Stellen im Text, wo die Worte der Suchbegriffe
der Reihe nach genannt werden. Das ist nicht immer einfach und oft mit
einigen Problemem, Schwierigkeiten und Fallen behaftet, besonders bei älteren
Texten mit älteren Schriftarten.
Besondere Bedeutungen
von Erwähnungen
Titel, z.B. "Zusammenhangsanalyse" von Schlosser (1974)
Inhaltsverzeichnis
Kapitel
Abschnitte in Kapiteln
Zwischenüberschriften in Abschnitten
Sachverzeichnis
Textverlauf
Sprachliche Varianten
Mit den sprachlichen Varianten ist gleich ein wichtiges Problem erfasst:
der sprachliche Ausdruck der Suchworte. Nicht immer werden die Begriffe
unter ihrem Namen genannt oder erörtert, dann entsteht das Problem,
nach welchen Umschreibung kann oder muss man suchen. Auch die verschiedenen
grammatischen Formen (Substantiv, Verb, Eigenschaft, Singular, Plural,
Fälle) müssen beim Suchen beachtet werden.
Schriftarten.
Besondere Schwierigkeiten kann auch die OCR-Erkennung von älteren
Texten in Digitalisaten machen, besondern wenn sie in Fraktur gesetzt sind.
Insgesamt muss man mit der Suche in Digitalisaten sehr acht geben, siehe
bitte das Beispiel Analyse von Beziehung und Zusammenhang in Fichtes Wissenschaftslehre
von 1794.
Technisches Vorgehen: Man besorgt ein Digitalisat und gibt die Suchtexte
ein, die wohlüberlegt sein wollen (direkte Namen oder Paraphrasen).
OCR-Erkennungsprobleme
Achtung: Unterschiedliche OCR (Texterkennungsprogramme) können
unterschiedliche Suchergebnisse liefern, daher empfehlen sich des öfteren
kritische Prüfungen der Treffer. Manche Funde sind einfach falsch,
z.B. in Fechners
Über die Seelenfrage. Aufpassen muss man auch, wenn ein Suchtext
im einem anderen enthalten ist, wie z.B. erleben in Nacherleben, Nichterleben
oder überleben, z.B. in Fechners
Nanna Thierleben, um Doppelzählungen oder Fehl-Erwähnungen
zu vermeiden.
Schreibweisen
Fallstrick unterschiedliche Schreibweisen. Bei Umlauten oder Sonderzeichen
kann man in die Falle laufen, dass man z.B. nach "ss" sucht und nichts
findet, weil es mit "ß" geschrieben wurde. Das ist mir bei Theodor
Lipps passiert 1905b (hier
dokumentiert).
Hintergrund und Ziel:
Die Begriffe „Beziehung“ und „Zusammenhang“ gehören zu den zentralen
relationalen Grundbegriffen wissenschaftlicher Erkenntnis. Die vorliegende
Studie untersucht, ob Johann Gottlieb Fichte in seinen Hauptschriften zur
Wissenschaftslehre diese Begriffe definiert, erläutert oder einer
begrifflichen Klärung zuführt.
Methode:
Volltextanalyse von Digitalisaten dreier zentraler Werke Fichtes –
Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre (1794), Darstellung der Wissenschaftslehre
(1801) und Die Wissenschaftslehre in ihrem allgemeinen Umrisse (1810) –
anhand der Begriffe „Beziehung“ und „Zusammenhang“ sowie ihrer grammatischen
Varianten. Die Fundstellen wurden kontextuell daraufhin untersucht, ob
explizite Definitionen, Erläuterungen, Querverweise, Fußnoten
oder Literaturhinweise vorliegen.
Ergebnisse:
In keiner der ausgewerteten Fundstellen definiert oder erläutert
Fichte die Begriffe „Beziehung“ oder „Zusammenhang“. Dies gilt für
1794 (4 Belegstellen zu „Beziehung“, 17 sichere zu „Zusammenhang“), für
1801 (Analyseabbruch nach den ersten fünf Fundstellen auf jeweils
ca. 55–60 Seiten infolge heuristischer Sättigung) sowie für 1810
(4 Belege zu „Beziehung“, 2 zu „Zusammenhang“). Auch indirekte Explikationen
durch Querverweise, Fußnoten oder Literaturangaben fehlen.
Schlussfolgerung:
Fichte verwendet „Beziehung“ und „Zusammenhang“ offenbar als selbstverständliche,
nicht eigens erklärungsbedürftige Grundausdrücke. Aus der
hier zugrundegelegten wissenschaftstheoretischen Perspektive (u. a. Hume,
Wundt, Wittgenstein) erscheint der Verzicht auf eine nähere Begriffsanalyse
bei zentralen relationalen Grundbegriffen methodologisch problematisch.
Schlagworte:
Fichte, Wissenschaftslehre, Begriffsanalyse, Beziehung, Zusammenhang,
Definition, Methodologie
Zusammenfassung
Fichte 1794
Erkentnistheoretische
Position. * objektive
Erkenntnis * Ding
an sich * wissenschaftlicher
Hintergrund *
Die Fundstellenanalysen (Zussammenhang 17 sichere; Beziehung 3 sichere)
zeigen, dass Fichte in seiner Wissenschaftslehre von 1794 die Begriffe
nicht erklärt und erläutert, geschweige denn definiert, weder
direkt noch in Querverweisen, Fußnoten oder Literaturhinweisen. Was
das genau bedeutet wissen wir nicht nicht, es könnte bedeuten, dass
Fichte Beziehung und Zusammenhang als allgemeinverständliche Begriffe
nicht für erklärungsbedürftig hällt. Es kann auch bedeuten,
dass er den beiden Begriffe keine besondere wissenschaftliche Bedeutung
beimisst. Es bedeutet wahrscheinlich aber auch, dass er die wissenschaftsliche
Bedeutung dieser beiden Begriffe und ihre Erklärungsbedürftigkeit
nicht angemessen erfasst hat. Spätere, erweiterete Auflagen müssen
noch untersucht werden.
Fichte, Johann Gottlieb
(1794) Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre als Handschrift für
seine Zuhörer. Jena und Leipzig: Gabler.
Beziehungsbegriff 0, Beziehung Fundstellen. Zusammenhangsbegriff
, Zusammenhang Fundstellen.
Zusammenfassung
Anzahlen Gebrauch Zusammenhang Fichte 1794
Insgesamt wurden 19 Textstellen gefunden, davon 17 sichere, eine fragliche
(festhangen) und eine paraphrasierte (unzertrennlich verbunden).
Zählungen Zx sicherer Gebrauch, Zx? fraglicher Gebrauch, Zxp paraphrasierter
Gebrauch.
Gebrauchs-Varianten
Zusammenhang Fundstellen
Ausweise Fichte 1794
D:\EigDat\E-Books\Philosophie\Fichte\fichte_wissenschaftslehre_1794_2.txt
(15 Treffer mit Nuance PDF Power)
Zeile 88: gen haben, dürfte wohl der über
den Zusammenhang unsrer
Zeile 93: mit dem Dinge an sich zusammenhange; dass
die Dinge aller-
Zeile 241: Sätze in ihr hangen in einem einzigen Grundsatze
zu-
Zeile 456: wendigen Zusammenhang zwischen beiden begründet,
Zeile 459: Bedingungen dieses Zusammenhangs; und woher
wissen
Zeile 468: nothwendigen Zusammenhang zwischen verschiedenen
Zeile 630: hangs der abgeleiteten Sätze mit dem Grundsatze,
und
Zeile 631: der Rechtsgrund, aus diesem Zusammenhange zu
fol-
Zeile 897: gen begründen, keinen Zusammenhang unter
sich
Zeile 900: angebohren sind, und in deren Zusammenhang wir
Zeile 906: hang wir aber nicht eindringen können,
da es über
Zeile 957: einem einzigen Ringe festhangen, der an nichts
befe-
Zeile 1193: sammenhangen. — Die Wissenschaft ist ein System,
oder
Zeile 1255: hang, den kleinsten gemeinschaftlichen Punkt haben:
Zeile 1731: zusammenhangen, und unter allgemeinen, besondern,
[intern Fichte Digitalisate in:
D:\EigDat\E-Books\Philosophie\Fichte\]
_
Fundstellen
im Kontext Dokumentation Fichte 1794
[Interne Quelle: D:\EigDat\E-Books\Philosophie\Fichte\Grundlage
der gesammten Wissenschaftslehre.pdf]
Zeile 88, 93 [Vorrede]
"Der eigentliche Streit, der zwischen beiden obwaltet, und in welchem
die Skeptiker sich mit Recht auf die Seite der Dogmatiker, und mit ihnen
des gesunden Menschenverstandes, der zwar nicht als Richter, aber als ein
nach Artikeln zu vernehmender Zeuge gar sehr in Betrachtung kömmt,
geschlagen haben, dürfte wohl der über den Zusammenhang
[Z1]
unsrer Erkenntniss mit einem Dinge an sich seyn; und der Streit dürfte
durch eine künftige Wissenschaftslehre wohl dahin entschieden werden,
dass unsre Erkenntniss zwar nicht unmittelbar durch die Vorstellung, aber
wohl mittelbar durch das Gefühl mit dem Dinge an sich zusammenhange
[Z2];
dass die Dinge allerdings bloss als Erscheinungen vorgestellt, dass sie
aber als Dinge an sich gefühlt werden; dass ohne Gefühl gar keine
Vorstellung möglich seyn würde; dass aber die Dinge an sich nur
subjektiv, d. i. nur inwiefern sie auf unser Gefühl wirken, erkannt
werden."
Zeile 241
"Eine Wissenschaft hat systematische Form; alle Sätze in ihr hangen
in einem einzigen Grundsatze zusammen [Z3],
und vereinigen sich in ihm zu einem Ganzen — auch dieses gesteht man allgemein
zu. Aber ist nun der Begriff der Wissenschaft erschöpft?"
Zeile 456, 458, 468
"Noch mehr — wir wollen beym Aufbauen unsrer Lehrgebäude so folgern:
Wenn der Grundsatz gewiss ist, so ist auch ein bestimmter andrer Satz gewiss.
Worauf gründet sich denn jenes So? Was ist es, das den nothwendigen
Zusammenhang[Z4]zwischen
beiden begründet, vermöge dessen dem einen eben die Gewissheit
zukommen soll, die dem andern zukommt? Welches sind die Bedingungen dieses
Zuammenhangs
[Z5];
und woher wissen wir, dass sie die Bedingungen, und die ausschliessenden
Bedingungen, und die einzigen Bedingungen desselben sind? und wie kommen
wir überhaupt dazu, einen
nothwendigen Zusammenhang [Z6]zwischen
verschiedenen Sätzen, und ausschliessende, aber erschöpfte Bedingungen
derselben anzunehmen?"
"Jede Wissenschaft, wenn sie nicht ein einzelner abgerissener Satz,
sondern ein aus mehrern einzelnen Sätzen bestehendes Ganze seyn soll,
hat systematische Form. Diese Form, die Bedingung
des Zusammenhangs [Z7]
der
abgeleiteten Sätze mit dem Grundsatze, und der Rechtsgrund, aus diesem
Zusammenhange[Z8]
zu
folgern, dass die erstern nothwendig eben so gewiss seyn müssen, als
der letztere, lässt in der besondern Wissenschaft, wenn sie Einheit
haben, und sich nicht mit fremden, in sie nicht gehörigen Dingen
beschäftigen soll, sich eben so wenig darthun, sondern wird zur Möglichkeit
ihrer Form schon vorausgesetzt. Eine allgemeine Wissenschaftslehre hat
also die Verbindlichkeit auf sich, für alle möglichen Wissenschaften
die systematische Form zu begründen."
Zeile 897, 900, 906, 918 (2)
Oder — der zweite Fall — unser Wissen besteht aus endlichen Reihen,
aber aus mehrern. Jede Reihe schliesst sich in einem Grundsatze, der durch
keinen andern, sondern bloss durch sich selbst begründet wird; aber
es giebt solcher Grundsätze mehrere, welche, da sie sich alle, und
schlechthin unabhängig von allen übrigen begründen, keinen
Zusammenhang[Z9]
unter
sich haben, sondern völlig isolirt sind. Es giebt etwa mehrere angebohrne
Wahrheiten in uns, die alle gleich angebohren sind, und in deren Zusammenhang[Z10]
wir
keine weitere Einsicht erwarten können, da derselbe über die
angebohrnen Wahrheiten hinaus liegt; oder es giebt ein mannigfaltiges Einfaches
in den Dingen ausser uns, das uns durch den Eindruck, den sie auf uns machen,
mitgetheilt wird, in dessen Zusammenhang[Z11]wir
aber nicht eindringen können, da es über das Einfachste im Eindrucke
kein noch einfacheres geben kann. — Wenn es sich so verhält; wenn
das menschliche Wissen an sich, und seiner Natur nach solches solches Stückwerk
ist, wie das wirkliche Wissen so vieler Menschen; wenn ursprünglich
eine Menge Fäden in unserm Geiste liegen, die unter sich in keinem
Punkte zusammenhängen
[Z12], noch
zusammengehängt[Z13]werden
können, so vermögen wir abermals nicht gegen unsre Natur zu streiten;
unser Wissen ist, so weit es sich erstreckt, zwar sicher; aber es ist kein
einiges Wissen, sondern es sind viele Wissenschaften."
Zeile 957 (?)
"Soll aber nicht etwa bloss ein oder mehrere Fragmente eines Systems,
wie im ersten Falle, oder mehrere Systeme wie im zweiten, sondern soll
ein vollendetes und Einiges System im menschlichen Geiste seyn, so muss
es einen solchen höchsten und absolut-ersten Grundsatz geben. Verbreite
von ihm aus sich unser Wissen in noch so viele Reihen, von deren jeder
wieder Reihen u. s. f. ausgehen, so müssen doch alle in einem einzigen
Ringe festhangen [Z14?], der an nichts
befestiget ist, sondern durch seine eigne Kraft sich, und das ganze System
hält. — Wir haben nun, einen durch seine eigene Schwerkraft sich haltenden
Erdball, dessen Mittelpunkt alles, was wir nun wirklich auf dem Umkreise
desselben, und nicht etwa in die Luft, und nur perpendikular, und nicht
etwa schiefwinklicht angebaut haben, allmächtig anzieht, und kein
Stäubchen aus seiner Sphäre sich entreissen lässt."
Zeile 1193
"Wenn kein Satz im ganzen System vorkommt, welcher wahr seyn kann,
wenn der Grundsatz falsch ist, oder falsch, wenn der Grundsatz wahr ist,
so ist dies der negative Beweiss, dass kein Satz zuviel in das System aufgenommen
worden; denn derjenige, der nicht in das System gehörte würde
wahr seyn
können, wenn der Grundsatz falsch, oder falsch, wenn auch der
Grundsatz wahr wäre. Ist der Grundsatz gegeben, so müssen alle
Sätze gegeben seyn; in ihm und durch ihn ist jeder einzelne gegeben.
Es ist aus dem, was wir oben über die Verkettung der einzelnen Sätze
in der Wissenschaftslehre gesagt haben, klar, dass diese Wissenschaft den
angezeigten negativen Beweiss unmittelbar in sich selbst und durch sich
selbst führe. Durchihn wird erwiesen, dass die Wissenschaft systematisch
sei, dass alle ihre Theile in einem einzigen Grundsatze zusammenhangen
[Z15].
— Die Wissenschaft ist ein System, oder sie ist vollendet, wenn weiter
kein Satz gefolgert werden kann: und dies giebt den positiven Beweiss,
dass kein Satz zu viel in das System aufgenommen worden. Die Frage ist
nur die: wann und unter welchen Bedingungen kann kein Satz weiter gefolgert
werden; denn es ist klar, dass das bloss relative und negative Merkmal:
ich sehe nicht was weiter folgen könne, nichts beweist. Es könnte
wohl nach mir ein anderer kommen, welcher da, wo ich nichts sah, etwas
sähe. Wir bedürfen eines positiven Merkmals, dass schlechthin
und unbedingt nichts weiter gefolgert werden könne; und das könnte
kein anders seyn, als das, dass der Grundsatz, von welchem wir ausgegangen
wären, das letzte Resultat sey. Dann wäre klar, dass wir nicht
weiter gehen könnten, ohne den Weg, den wir schon einmal gemacht,
noch einmal zu machen. Es wird sich bey einstiger Aufstellung der Wissenschaft
zeigen, dass sie diesen Kreislauf wirklich vollendet, und den Forscher
gerade bey dem Punkte verlässt, von welchem sie mit ihm ausging, dass
sie also gleichfalls den zweyten positiven Beweiss in sich selbst und durch
sich selbst führt *)."
Zeile 1254
[RS ES FEHLT WAS]
"mehrere andere Systeme im menschlichen Geiste bestehen könnens
Sie würden freilich weder mit jenem ersten, noch unter sich selbst
den geringsten Zusammenhang [Z16], den
kleinsten gemeinschaftlichen Punkt haben: aber das sollen sie auch nicht,
wenn sie nicht ein einziges, sondern mehrere Systeme bilden sollen."
Zeile 1731 [RS paraphrasiert: unzertrennlich verbunden, damit 2 Fundstellen]
"Was unabhängig von der Wissenschaft im menschlichen Geiste da
ist, können wir auch die Handlungen desselben nennen. Diese sind das
Was, das vorhanden ist; sie geschehen auf eine gewisse bestimmte Art; durch
diese bestimmte Art unterscheidet sich die eine von der andern; und dieses
ist das Wie. Im menschlichen Geiste ist also ursprünglich vor unserm
Wissen vorher Gehalt und Form, und beide sind unzertrennlich
verbunden [Z17p]; jede Handlung geschieht auf eine bestimmte
Art nach einem Gesetze, und dieses Gesetz bestimmt die Handlung. Es ist,
wenn alle diese Handlungen unter sich zusammenhangen
[Z18],
und unter allgemeinen, besondern, und einzelnen Gesetzen stehen, für
die etwanigen Beobachter auch ein System vorhanden."
BeziehungFundstellen Ausweise Fichte 1794
"zieh"
Suche "zieh" (8 Treffer in 1 Dateien von 1 gesucht)
D:\EigDat\E-Books\Philosophie\Fichte\fichte_wissenschaftslehre_1794_2.txt
(8 Treffer)
Zeile 586: Platz ausserhalb der Anziehungskraft derselben
finden
Zeile 713: jahender Satz, und diese Beziehung ist seine
Form.)
Zeile 964: gebaut haben, allmächtig
anzieht, und kein Stäubchen
Zeile 1169: Eindrücke vom Nicht-Ich bestimmt,
als wirklich zuziehende;
Zeile 1337: Satz nicht in dergleichen Beziehung ein Satz der
allge-
Zeile 1417: eine Linie *) zu ziehen, sind
wir nicht mehr im Gebie-
Zeile 1967: der die Zuverlässigkeit unsers
Systems in Zweifel zieht,
Zeile 2256: mit welchem Rechte beziehen wir die Vorstellung auf
Fichte 1794 Beziehungsfundstellen mit Umgebung
Zeilenumgebung 586 Anziehgskraft als implizite Beziehung?
*) Sie wäre wohl auch werth, ihr die übrigen Kunstausdrücke
aus ihrer Sprache zu geben; und die Sprache selbst, so wie die Nation,
welche dieselbe redete, würde dadurch ein entschiedenes Uebergewicht
über alle andere Sprachen und Nationen erhalten. senen Luft gegen
die Atmosphärische, und den Grad ihrer Schnelligkeit berechnen; auch
noch ehe er wusste, ob er eine Luftart finden würde, die um den erforderlichen
Grad leichter sey, als die Atmosphärische: und Archimedes konnte die
Maschine, durch welche
er den Erdball aus seiner Stelle bewegen wollte, berechnen, ob er gleich
sicher wusste, dass er keinen Platz ausserhalb der Anziehungskraft
[B1] derselben finden würde, von welchem aus er sie könnte wirken
lassen. — So unsere eben beschriebene Wissenschaft. Sie ist, als solche,
nicht etwas, das unabhängig von uns, und ohne unser Zuthun existiere,
sondern das erst durch die Freiheit unsers nach einer bestimmten Richtung
hin wirkenden Geistes hervorgebracht werden soll; wenn es eine solche Freiheit
giebt, wie wir gleichfalls noch nicht wissen können. Bestimmen wir
diese Richtung vorher; machen wir uns einen deutlichen Begriff davon, was
unser Werk werden soll! Ob wir es hervorbringen können oder nicht,
das wird sich erst daraus ergeben, ob wir es wirklich hervorbringen. Jetzt
ist nicht davon die Frage, sondern davon, was wir eigent-
lich machen wollen; und das bestimmt unsere Definition.
Zeilenumgebung 713
Wir dürfen dies nur ein wenig zergliedern, um zu sehen, was dadurch
eigentlich gesagt werde. — Dasjenige, von dem man etwas weiss, heisse indess
der Gehalt, und das, was man davon weiss, die Form des Satzes. (In dem
Satze: Gold ist ein Körper, ist dasjenige, wovon man etwas weiss,
das Gold und der Körper; das was man von ihnen weiss, ist, dass sie
in einer gewissen Rücksicht gleich sind, und in so fern eins statt
der andern gesetzt werden könne. Es ist ein bejahender Satz, und diese
Beziehung
[B2] ist seine Form.) Kein Satz ist ohne Gehalt oder Form möglich.
Es muss etwas seyn, wovon man weiss, und etwas, das man davon weiss. Der
erste Satz aller Wissenschaftslehre muss demnach beides, Gehalt und Form
haben. Nun soll er unmittelbar und durch sich selbst gewiss seyn, und das
kann nichts anders heissen, als dass der Gehalt desselben seine Form, und
umgekehrt die Form desselben seinen Gehalt bestimme. Diese Form kann nur
zu jenem Gehalte, und dieser Gehalt kann nur zu jener Form passen; jede
andre Form zu diesem Gehalte hebt den Satz selbst und mit ihm alles Wissen,
und jeder andre Gehalt zu dieser Form hebt gleichfalls den Satz selbst
und mit ihm alles Wissen auf.
Zeilenumgebung 1337
§. 5. Welches ist die Grenze, die die allgemeine Wissenschaftslehre
von der besondern durch sie begründeten Wissenschaft scheidets Wir
fanden oben (§. 3.) dass ein und eben derselbe Satz nicht in dergleichen
Beziehung
[B3] ein Satz der allgemeinen Wissenschaftslehre und ein Grundsatz irgend
einer besondern Wissenschaft seyn könne; sondern dass etwa noch etwas
hinzukommen müsse, wenn er das letztere seyn soll. — Das, was hinzukommen
muss, kann nirgend anders her, als aus der allgemeinen wissenschaftslehre
entlehnt seyn, da in ihr alles mögliche menschliche Wissen enthalten
ist; aber es muss dort nicht in eben dem Satze liegen, der jetzt durch
den Zusatz desselben zum Grundsatze einer Wissenschaftslehre erhoben werden
soll, denn sonst wäre er schon dort Grundsatz, und wir hätten
keine Grenze zwischen
der besondern Wissenschaft, und den Theilen der allgemeinen Wissenschaftslehre.
Es muss demnach etwa ein einzelner Satz der Wissenschaftslehre seyn, der
mit dem Satze, der Grundsatz werden soll, vereinigt wird. Da wir hier nicht
einen unmittelbaren aus den Begriffen der Wissenschaftslehre selbst entlehnten,
sondern einen aus der Voraussetzung, dass es ausser ihr wirklich noch andre
von ihr getrennte Wissenschaften gebe, entspringenden Einwurf zu beantworten
haben, so können wir ihn nicht anders, als gleichfalls durch eine
Voraussetzung beantworten; und wir haben vor der Hand genug gethan, wenn
wir nur irgend eine Möglichkeit der geforderten Begrenzung aufzeigen.
Dass sie die wahre Grenze angebe — ob es gleich wohl der Fall seyn dürfte
— können und sollen wir hier nicht beweisen.
Zeilenumgebung 2256
Dieser zweite Theil ist an sich bei weitem der Wichtigste; der erste
ist freilich nicht minder wichtig, aber nur als Grundlage des zweiten,
und weil dieser ohne ihn schlechthin unverständlich ist. Im zweiten
bekommt der theoretische Theil erst seine sichere Begrenzung, und seine
feste Grundlage, in dem aus dem aufgestellten nothwendigen Streben, die
Fragen beantwortet werden: Warum müssen wir unter der Bedingung einer
vorhandenen Affektion überhaupt vorstellen; mit welchem Rechte beziehen
[B4] wir die Vorstellung auf etwas ausser uns, als auf ihre Ursache; mit
welchem Rechte nehmen wir überhaupt ein durchgängig durch Gesetze
bestimmtes Vorstellungsvermögen an: (welche Gesetze nicht als im Vorstellungsvermögen
einheimisch, sondern als Gesetze des strebenden Ich, deren Anwendung durch
die Einwirkung des gegenstrebenden Nicht-Ich auf das Gefühl bedingt
wird, vorgestellt werden.) In ihm wird eine neue durchgängig bestimmte
Theorie des Angenehmen, des Schönen, und Erhabenen, der Gesetzmässigkeit
der Natur in ihrer Freiheit, der Gotteslehre, des sogenannten gemeinen
Menschenverstandes, oder des natürlichen Wahrheitssinnes, und endlich
ein Naturrecht, und eine Sittenlehre begründet, deren Grundsätze
nicht bloss formal, sondern material sind. Alles durch Aufstellung dreier
Absoluten. Eines absoluten Ich, und der selbstgegebnen, unter Bedingung
einer Einwirkung des Nicht-Ich vorstellbaren Gesetze; eines absoluten von
allen unsern Gesetzen unabhängigen und freien, unter der Bedingung,
dass es dieselben positiv oder negativ, aber immer in einem endlichen Grade
ausdrücke, vorstellbaren Nicht-Ich; und einer absoluten, unter der
Bedingung, dass es eine Einwirkung des Nicht-Ich von einer Wirkung des
Ich, oder einem Gesetze unterscheide, vorstellbaren Vermögens in uns,
uns nach Maassgabe der Einwirkung beider, schlechthin zu bestimmen. Ueber
diese drei Absoluten hinaus geht keine Philosophie.
Ende Analyse Wissenschaftslehre 1794.
Fichte-1795
erfasst aber nicht ausgewertet
Grundriss des Eigenthtümlichen der Wissenschaftslehre, in Rücksicht
auf das theoretische Vermögen, als Handschrift für seine Zuhörer,
von Johann Gottlieb Fichte.
Erste Ausgabe: Jena, Gabler. 1795.
Zweite unveränderte Ausgabe: Tübingen, Cotta. 1802-
Zweite verbesserte Ausgabe: Jena und Leipzig, Gabler. 1802.
Ende Grundriss des Eigenthtümlichen
der Wissenschaftslehre 1795
Ende Erste Ejnleitung in die Wissenschaftslehre 1797
| Gesamtzusammenfassung Beziehung und Zusammenhang Fichte 1801
Es steht ziemlich sicher fest, dass Fichte in seiner großen, erstmals gedruckten Arbeit mit über 160 Seiten zur Wissenschaftslehre den Beziehungs- und Zusammenhangsbegriff nicht erklärt, näher erläutert oder gar definiert, auch nicht durch Querverweise, Fußnote oder Literaturhinweis. Zusammenfassung Beziehung 1801
Zusammenfassung Zusammenhang 1801
|
Fundstellen Beziehung
Ficht 1801
Zeile 119: tes Vorstellens — versteht sich in Beziehung
auf den Gegen
Zeile 244: ihr liegt. Es kann ihr, in Beziehung auf Individuen,
lediglich
Zeile 941: Zero in Beziehung auf den Act, das aber schlechtweg
und ohne
Zeile 1206: Endlich sind die beiden Beziehungen derselben, das
oben und
Zeile 2155: den, dass es. in Beziehung auf ein mögliches
Wissen, ein rei
Zeile 3268: Nun wurde zwar nachher, nach Beziehung einer absolut
Zeile 3672: ist sie vollendet, und in Beziehung auf den Raum
ein geschlos
Zeile 3878: Freiheit, sondern in irgend einer inneren Beziehung
bestimmt.
Zeile 3957: — Dieses also zu umfassende Wissen ist nun, in Beziehung
auf
Zeile 4731: durch das Universum. — Trieb, als Substantielles
in Beziehung
Zeile 5491: borgen bleibenden Beziehung auf das absolute Seyn.
— Dieses
Zeile 5561: der Charakter des Ich, in Beziehung auf das Wissen,
— und
Zeile 5576: verlören wir die Beziehung auf die Wahrnehmung,
verlören
Zeile 5705: Beziehung auf möglichen Portschritt der Klarheil
nicht über
Zeile 5787: wird nur in Beziehung auf das absolute Seyn negirt,
d. h. ge
Zeile 5856: gen in Beziehung auf seinen intelligiblen Charakter
bedeute.
Zeile 5873: Indifferenz des Wissens in Beziehung auf die Anschauung;
je
Erste Fundstellen
"Beziehung" und ihre Textumgebung
Zeile 119: "Endlich, indem er, dieses Alles zusammengefasst,
zu wissen behauptet , sonach in alle Ewigkeit nicht anders zu urtheilen
sich verspricht , setzt er sein in diesem Augenblicke gefälltes Urtheil,
als Urtheil für alle Zukunft sowohl, als für alle Vergangenheit,
wenn in ihr über diesen Gegenstand hätte geurtheilt werden sollen,
fest; er betrachtet sonach sein Urtheil gar nicht als ein in diesem Augenblicke
gefälltes, sondern übersieht sein und aller vernünftigen
Wesen Urtheil über diesen Gegenstand schlechthin in aller Zeit, d.
i. absolut zeitlos, wenn es mit der Behauptung des ausgesprochenen Wissens
Grund haben soll. Mit einem Worte: der Leser schreibt sich zu eine Uebersicht
und ein Auffassen altes Vorstellens — versteht sich in Beziehung
auf den Gegenstand, an welchem wir es erwiesen haben — schlechthin mit
Einem Blicke."
Zeile 244: ihr liegt. Es kann ihr, in Beziehung auf Individuen,
lediglich
"3) Die Anschauung ist selbst absolutes Wissen, Festigkeit, Unerschütterlichkeit
und Unwandelbarkeit des Vorstellens; die Wissenschaftslehre aber ist lediglich
die Einheits-Anschauung jener Anschaung. Sie ist daher selbst absolutes
Wissen, Festigkeit, Unerschütterlichkeit und Unwandelbarkeit des Urtheils.
Das also, was nun wirklich Wissenschaftslehre ist, kann von einem vernünftigen
Wesen nicht widerlegt, ihm kann nicht widersprochen. es kann daran nicht
einmal gezweifelt werden, indem alle Widerlegung, aller Widerspruch und
aller Zweifel auf ihrem Boden erst möglich gemacht wird, sonach tief
unter ihr liegt. Es kann ihr, in Beziehung
auf Individuen, lediglich das begegnen, dass jemand sie nicht besitze.
4) Da die Wissenschaftslehre eben nur die Anschauung des unabhängig
von ihr vorausgesetzten und vorauszusetzenden
Wissens (vom Linienziehen, Triangel u. s. w.) ist, so kann sie kein
neues und besonderes, etwa nur durch sie mögliches materiales Wissen
(Wissen von Etwas) herbeiführen, sondern sie ist nur das zum Wissen
von sich selbst, zur Besonnenheit, Klarheit und Herrschaft über sich
selbst gekommene allgemeine Wissen."
Zeile 941: Zero in Beziehung auf den Act, das aber schlechtweg
und ohne
"Oder sie ruht im Charakter des absoluten Seyns, so dass ein Bestehen
schlechthin vorausgesetzt werde, und dieses nur zu einem Bestehen des Wissens,
zu einem Bestehen in und für sich selbst erhoben werde; sie sieht
also auf das Innere dieses Sichergreifens: so soll dem Acte / desselben
ein ruhendes Vermögen zum Acte vorausliegen; ein
Zero in Beziehung auf den Act, das
aber schlechtweg und ohne weiteres durch die Freiheit zum positiven Factum
erhoben werden kann. Dass der Act vollzogen wird, der blossen Form nach,
soll nach wie vor von der Freiheit abhängen; dass er aber vollzogen
werden kann, soll in einem Seyn und Soseyn schlechthin begründet seyn.
Das Wissen soll nicht, wie vor her, absolut leer seyn, und das Licht durch
Freiheit erzeugen, sondern es soll das Licht absolut in sich selbst haben,
und dasselbe durch Freiheit nur entwickeln und erfassen."
Zeile 1206: "Endlich sind die beiden Beziehungen derselben, das oben und das unten, auch nicht ohne einander; und wir bekämen so, wie das Bcwusstseyn anhebt, ein untrennbares Fünffache, als eine vollkommene Synthesis."
Zeile 2155: "Wir haben, ausser dem zu Anfange aufgestellten Begriffe
des Absoluten, während der letzteren Untersuchungen einen noch schärferen
von der Form des Absoluten uns errungen: den, dass es in Beziehung
auf ein mögliches Wissen, ein reines, durchaus und schlechthin an
sich gebundenes Denken sey, das nie aus sich selbst herauskam, um auch
nur nach einem Warum seines formalen oder materialen Seyns zu fragen, oder
ein Weil desselben, wenn es auch ein absolutes Weil wäre, zu setzen;
in welchem, eben wegen dieser abso luten Negation des Weil, das Fürsich
(das Wissen) noch nicht gesetzt ist, das also eigentlich ein blosses reines
Seyn ohne alles Wissen ist, ohnerachtet wir dies Seyn in unserer Wissen
der Wissenschaftslehre."
| S.60: Weitergehnde Analyse eingestellt. Ich gehe davon aus, wenn die ersten 5 Fundstellen der ersten 58 Seiten (S. 3-60) keine Erklärung des Beziehungsbegriffs erfolgt, dies auch weiterhin nicht geschieht. |
Fundstellen Zusammenhang
Ficht 1801
Zusammenfassung Fundstellen Zusammenhang
S.55: Weitergehnde Analyse eingestellt. Ich gehe davon aus, wenn
auf den ersten 52 Seiten (S. 3-55) keine Erklärung des Zussamenhangbegriffs
erfolgt, dies auch weiterhin nicht geschieht.
Suche "Zusammenhang" (16 Treffer in 1 Dateien von 1 gesucht)
neu 3 (16 Treffer)
Zeile 129: mehr bedeuten soll, als es dem Zusammenhange
zufolge be
Zeile 1005: Ein Wissen, welches, durch den Zusammenhang mit sei
Zeile 1735: — Offen liegt hier der Wendepunct und Zusammenhang
Zeile 1744: selben fürs wirkliche Wissen: dies ist der Zusammenhang
mit
Zeile 1907: Dieses Vollziehen wird nun im gegenwärtigen
Zusammenhange
Zeile 1944: ches nirgends soviel Licht, als in diesem Zusammenhange,
sich
Zeile 2197: absoluter Zusammenhang des A und B f + l, der ohne
B(V°""
Zeile 2207: menhang (+) mit dem Absoluten zusammenhangendes und
das
Zeile 2382: nur in einem anderen Zusammenhange, aufstellten;
so dass
Zeile 2867: in den Zusammenhang an (wie dieser Punct denn auch
von
Zeile 3025: einen Zusammenhang mit dem absoluten Seyn gar nicht
habe;
Zeile 3029: nicht einmal von irgend einem Zusammenhange mit diesem
Zeile 4678: Zusammenhange. Das Ich, von welchem wir reden, ist
an sich
Zeile 4845: Diese Mannigfaltigkeit, ihr Zusammenhang und Verhältniss
ist
Zeile 5144: Dieser Zusammenhang der allgemeinen Wahrnehmung mit
Zeile 5343: gesetztes, keinesweges ein den Zusammenhang, den
wir nur
Zeile 129: mehr bedeuten soll, als es dem Zusammenhange zufolge
be
"Nun verhindert uns nichts, davon zu abstrahiren, dass in dem gewählten
Beispiele es gerade das Vorstellen über die Linie zwischen zwei Puncten
war, welches mit dem Einen
Blicke umfasst wurde; und demzufolge als Resultat unserer Untersuchung
den bloss formalen Satz aufzustellen: es giebt, falls der Leser unsere
obigen Fragen beantwortet hat, wie wir es voraussetzten, für denselben
ein Wissen, und dieses Wissen ist das Auffassen eines gewissen Vorstellens
(oder, wie wir lieber sagen, der Vernunft; welches Wort indessen hier nicht
mehr bedeuten soll, als es dem Zusammenhange
[1801-Z1] zufolge bedeuten kann) in seiner Gesammtheit schlechthin mit
Einem Blicke. Nichts verhindert uns, sage ich, diese Abstraction zu machen,
wenn wir nur nicht etwa vermittelst derselben unser Resultat willkürlich
erweitern, sondern gänzlich unentschieden lassen, ob es bloss den
zum Beispiel untergelegten Gegenstand eines Wissens, oder ausser ihm auch
noch mehrere gebe."
Zeile 1005: Ein Wissen, welches, durch den Zusammenhang mit sei
§. 14. Wort -Erklärungen.
Ein Wissen, welches, durch den Zusammenhang
[1801-Z2] mit seinem Neben-Wissen, gesetzt wird als seyend, schlechthin
was es ist, ist ein Wissen von Qualität. Ein solches Wissen ist nothwendig
ein Denken; denn nur das Denken ruht vermöge seiner Einheits-Form
auf sich selbst, dagegen das Anschauen nie auf eine Einheil kommt, die
sich nicht wieder in Separaten auflöste. Das Wissen von Qualität,
von welchem wir hier gesprochen haben, ist das absolute Fürsichseyn
des absoluten Wissens selbst. Aus diesem heraus, und über dasselbe
hinausgehen kann kein Wissen.
Zeile 1735: — Offen liegt hier der Wendepunct und Zusammenhang
"Auf diese Art also ist das Seyn mit dem Wissen verbunden
´[1801-Z3p?] , indem das Wissen selbst sich als ein
absolutes und unveränderliches Seyn (ein Seyn, was es ist, in dem
es ursprünglich sich fixirt findet) auflasst. — Offen liegt hier der
Wendepunct und Zusammenhang [1801-Z4]
mit dem früheren Raisonnement: er liegt zwischen Freiheit und Nichtfreiheit.
Die Freiheit (immer die formale — mit der materialen oder quantitativen
— innerhalb der Quantität, welche letztere hier selbst durch die erstere
herbeigeführt ist. — haben wir es in diesem ganzen Abschnitte nicht
zu thun) ist selbst nichtfrei, d. i. sie ist gebundene Freiheit, diese
in Form der Nothwendigkeit, — wenn einmal ein Wissen ist."
Zeile 1744: selben fürs wirkliche Wissen: dies ist der Zusammenhang
mit
"... Möglichkeit des Wissens allein durch Freiheit, Nothwendigkeil
der selben fürs wirkliche Wissen: dies ist der Zusammenhang
[1801-Z4] mit dem Obigen. Die Aufgabe ist gelöst, und der Miltelpunct
der vorigen Synthesis selbst ins Wissen aufgenommen, d. h. der Mittelpunct
der jetzigen aufgestellt. Das Wissen ist in sich selbst zu Ende: es umfasst
sich und ruht auf sich selbst als Wissen."
Zeile 1907: Dieses Vollziehen wird nun im gegenwärtigen Zusammenhange
"Denken nichts Anderes, als die völlige Aufhebung der Freiheit,
der absoluteste Fatalismus und Spinozismus.) Nun ist aber ferner, wie aus
dem Obigen bekannt. dieses
Denken der formalen Freiheil nur unter der Bedingung möglich (wie
wir indessen sagen, das absolute Wissen, aber für jetzt sagen zu lassen
uns sehr hüten wollen), dass die formale Freiheit, oben beschriebener
Weise, sich selbst innerlich vollziehe. Dieses Vollziehen wird nun im gegenwärtigen
Zusammenhange
gleichfalls gedacht; denn die ganze Stimmung des Wissens, die wir hier
betrachten, ist ja ein Ruhen und Gebundenseyn
an sich. Hierdurch wird nun die unten liegende Anschauung. für das
ruhende Denken nemlich, selbst zu einem Seyn (Zustande), zu einem, ob es
gleich Agilität in sich ist und bleibt, doch eben das Denken Bindenden,
indem es dasselbe aus dem Schweben zwischen Seyn und Nichtseyn, wie es
in der reinen Möglichkeit war, zum positiven Seyn fixirt."
Zeile 1944: ches nirgends soviel Licht, als in diesem Zusammenhange,
sich
"Steigen wir von hier aus zu einem Nebengliede, über welches nirgends
soviel Licht, als in diesem Zusammenhange [1801-Z5]
, sich verbreiten lässt."
| S.55: Weitergehnde Analyse eingestellt. Ich gehe davon aus, wenn die ersten 5 Fundstellen der ersten 52 Seiten (S. 3-55) keine Erklärung des Zussamenhangbegriffs erfolgt, dies auch weiterhin nicht geschieht. |
Ende Darstellung der Wissenschaftslehre
1801 (erstmals gedruckt)
Ende Wissenschaftslehre zweite verbesstere Auflage 1802
Fichte, Johann Gottlieb (1810) Die Wissenschaftslehre in ihrem allgemeinen
Umrisse. Erste Ausgabe: Berlin, bei J. E. Hitzig. In (696-708) Johann Gottlieb
Fichte's sämmtliche Werke. Herausgegeben von J. B. FICHTE, Zweiter
Band. Berlin, 1845. Verlag von Veit und Comp.
[Interne Quelle: D:\EigDat\E-Books\Philosophie\Fichte\SW02_TheorPhilosophie-II_Fichte_.pdf]
| Gesamtzusammenfassung Beziehung und Zusammenhang Fichte 1810
Es steht sicher fest, dass Fichte in seiner letzten zusammenfassenden Arbeit mit 13 Seiten zur Wissenschaftslehre den Beziehungs- und Zusammenhangsbegriff nicht erklärt, näher erläutert oder gar definiert, auch nicht durch Querverweise, Fußnbote oder Literaturhinweis. Zusammenfassung Beziehung 1810
Zusammenfassung Zusammenhang 1810
|
Beziehung in Fitchte 1810
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Zeile 234: unmittelbaren Beziehung gefühlt, und erhalten,
durch diese Be
Zeile 244: in seiner doppelten Beziehung zur Körperwelt,
theils als
Zeile 245: Sinn, um die Beziehung derselben auf seinen Trieb
zu fühlen,
Zeile 274: dieses ganze Gebiet nichts, und nur in seiner Beziehung
auf
Zeile 234: "Diese durch den Trieb geforderte Wirksamkeil kann nur eine Wirksamkeit auf die Körperwelt seyn. Der Trieb zur Wirksamkeit wird daher angeschaut in einer unmittelbaren Beziehung auf die Körper; diese werden demzufolge in dieser unmittelbaren Beziehung gefühlt, und erhalten, durch diese Beziehung, ihre innere, mehr als raumfüllende Qualität; und es wird durch diese Bemerkung die oben unvollendet gebliebene Bestimmung der Körper vollendet.
Zeile 244-245: "Sollte zufolge dieses Triebes, und der Erscheinung der
Selbstbestimmung, das Vermögen sich als in der That wirkend erblicken,
so würde es in dem Erblicken dieser Wirksamkeit mit der Körperwelt
in dieselbige Eine Form der Anschauung zusammenfallen : es wurde darum
in dieser mit der Körperwelt vermittelnden Anschauung sich selbst
als einen Körper erblikken; in seiner doppelten Beziehung
zur Körperwelt, theils als Sinn, um die Beziehung
derselben auf seinen Trieb zu fühlen,
theils als Organ, um seine Wirksamkeit darauf anzuschauen."
Zeile 274: "Da das Vermögen, ohne Schema des götttlichen
Lebens, nichts ist, hier aber dasselbe in dieser seiner Nichtigkeit schematisirt
wird, so ist dieses ganze Gebiet nichts, und nur in seiner Beziehung
auf das wirkliche Seyn, indem dessen factische Möglichkeit dadurch
bedingt ist, erhält es eine Bedeutung."
Zusammenhang in Fichte
1810
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Zeile 268: werden könne: und dies bildet den Zusammenhang
zwischen
Zeile 412: Princip aufgehoben und vernichtet wird. Ihr Zusammenhang
Zeile 268: "Es ist klar, dass der Zustand, da das Vermögen sich
lediglich der Anschauung der Körperwelt hingiebt, und in der selben
aufgeht, mit demjenigen, da es auf seinen Trieb auf die schon erkannte
zu wirken aufmerkt, auseinanderfällt; dass je doch auch in dem letzten
Zustande ein Schema der vorhanden seynsollenden Dinge bleibt, damit der
Trieb auf sie bezogen werden könne: und dies bildet den Zusammenhang
zwischen diesen beiden auseinanderfallenden Zuständen der Anschauung.
Dieses ganze Gebiet der Anschauung ist, wie gesagt. Ausdruck und Schema
des blossen Vermögens. Da das Vermögen, ohne Schema des götttlichen
Lebens, nichts ist, hier aber dasselbe in dieser seiner Nichtigkeit schematisirt
wird, so ist dieses ganze Gebiet nichts, und nur in seiner Beziehung auf
das wirkliche Seyn, indem dessen factische Möglichkeit dadurch
bedingt ist, erhält es eine Bedeutung."
Zeile 412: "Beide, das reine Denken und das Anschauen, fallen also auseinander, dass das letztere durch das erstere bis in sein Princip aufgehoben und vernichtet wird. Ihr Zusammenhang aber wird dadurch gebildet, dass das letztere die factische Möglichkeit des ersten bedingt; auch dass das in dem letzteren erschienene Ich in seinem blossen Schema (denn in seiner Wirklichkeit ist es zugleich mit dem Triebe vernichtet) auch im erstereu bleibt, und darauf sich besonnen wird."
Ende Wissenschaftslehre
in ihrem allgemeinen Umrisse 1810
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