Eine Serie nach Gustavus Myers (1916). ©
        Die großen amerikanischen Vermögen. Frankfurt: S. Fischer. Übersetzt und eingeleitetet von Max Schippel
neu herausgegeben, montiert und kommentiert von Rudolf Sponsel, Erlangen
    Dritter Teil Kapitel 9, S. 366-380

    Entstehung des Gould-Vermögens


    Einführung

    Der größere Teil dieses einflußreichen Vermögens wurde, wie das Vanderbiltsche, ursprünglich in fünfzehn Jahren und ungefähr um die gleiche Zeit aufgehäuft. Jetzt eines der mächtigsten Vermögen der Vereinigten Staaten, hat es die Kontrolle über eine Bahnstrecke von mehr als 18.000 Meilen, die insgesamt durch erheblich mehr als eine Milliarde Dollar Aktien und Obligationen verkörpert wird. Das Gouldsche Vermögen steht außerdem offenkundig oder heimlich in mancher Telegraphen-, Kabel-, Bergwerk-, Terrain- und Industriegesellschaft an der Spitze.

    Seinen genauen Umfang kennt niemand außer der Familie Gould selbst. Daß es viele hundert Millionen Dollar umfaßt, steht außer allem Zweifel, obwohl der genaue Umfang nicht leicht festzustellen ist.

    In den Jahren 1908 und 1909 wurde das Gouldsche Vermögen, wenn die Berichte auf Wahrheit beruhen, etwas vermindert durch die Angriffe des Eisenbahnkönigs E. H. Harriman, der ohne viel Zeremonien sich einen Teil der Aktienmajorität von einigen Bahnlinien sicherte, die seit langer Zeit den Goulds gehörten. Trotz dieses angeblichen Verlustes ist das Gouldsche Vermögen noch immer ungeheur [>367] und äußerst einflußreich, da es Hunderte von Millionen in bar, Tcrrain, Häusern oder gewinnbringendem Besitz in Form von Obligationen und Aktien umfaßt. Sein Einfluß und seine Verzweigungen reichen wie die des Vanderbiltschen und anderer Riesenvermögen direkt oder indirekt bis in alle bewohnten Teile der Vereinigten Staaten, Mexikos und anderer Länder.

    Jay Goulds Kindheit

    Der Begründer dieses Vermögens war Jay Gould, der Vater der jetzt lebenden Generation. Er war der Sohn eines Farmers im Bezirk Delaware, New York, und wurde 1836 geboren. Als Kind mußte er auf der Farm seines Vaters die verschiedensten Arbeiten verrichten. Beim Küheernten mußte er barfuß gehen, aus Armut, und häufig zerstachen Disteln seine Füße - eine Erfahrung, die einen so tiefen und unauslöschlichen Eindruck auf ihn gemacht zu haben scheint, daß er, als er vierzig Jahre später von einer Untersuchungskommission des Senats der Vereinigten Staaten vernommen wurde, noch jetzt mit einem Zittern der Stimme davon sprach. Sein Vater war tatsächlich so arm, daß er ihn nicht in die öffentliche Schule schicken konnte. Der Junge aber traf ein Abkommen mit einem Hufschmied, von dem er erzogen wurde gegen gewisse Dienstleistungen. Diese kollidierten mit seinem Schulbesuch nicht. Mit fünfzehn Jahren wurde er Kommis in einem Kramladen, eine Beschäftigung, die ihn, wie er erzählte, von morgens sechs bis abends zehn Uhr in Anspruch nahm. Es wird ferner erzählt, daß er drei Jahre lang morgens um drei Uhr aufstand und Mathematik lernte und dadurch die Anfangsgründe der Verwaltung kennen lernte.

        Nach Goulds eigener Erzählung engagierte ihn ein Ingenieur, der eine Karte des Bezirks Ulster aufnahm, als Assistenten mit 20 Dollar monatlich und Beköstigung. Dies Engagement aber verlief unbefriedigend (warum, ist uns nicht bekannt). Gould sah sich gezwungen, sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, indem er die Grenzregelungen für Farmen erledigte. Die beiden anderen jungen Leute, die [>368] mit ihm an der Karte von Ulster gearbeitet hatten, kauften ihm seinen Anteil für 500 Dollar ab, und mit dieser Summe als Kapital ging er daran, Karten von Albany und Delaware anzufertigen. Diese Karten verkaufte er, wenn wir seinen eigenen Angaben glauben können, für 5000 Dollar

    Gould tritt in die Gerbindustrie ein

    Nun begründete Gould eine Gerberei in Pennsylvania, mit Hilfe von Zadoc Pratt, einem New Yorker Kaufmann, Politiker und Kongreßabgeordneten von gewisser Bedeutung 368-l). Pratt war scheinbar von der Energie und der gewandten, liebenswürdigen Redeweise des jungen Gould bestochen und schoß das nötige Kapital von 120 000 Dollar vor. Gould war, wie man so sagt, tatsächlich ein Bluff; und er operierte so geschickt und wußte den alten Mann so zu verblenden, daß es eine ganze Zeit dauerte, bis Pratt erkannte, was eigentlich geschehen war. Als er schließlich mißtrauisch wurde, wo die Gewinne aus der Gouldsboro-Gerberei (die nach Gould genannt war) blieben, bestand er auf einer genauen Untersuchung.

        Gould wußte diesem Schritt geschickt zuvorzukommen. Auf seinen Reisen nach New York hatte er einen reichen Lederhänd]er, Charles M. Leupp, kennen gelernt. Diesem schlug er vor, Pratts Geschäftsanteil zu übernehmen. Als Gould in die Gerberei zurückkehrte, entdeckte er, daß Pratt das Hauptbuch revidiert hatte. Es gab eine Szene, und Pratt verlangte, daß Gould das Unternehmen kaufen oder verkaufen solle. Gould war bereit und bot ihm 60 000 Dollar, welches Anerbieten angenommen wurde.
        Dieses Geld ließ sich Gould von Leupp geben.
    Leupp wurde ebenfalls nach einiger Zeit mißtrauisch und hatte anscheinend auch allen Grund dazu. Die Folgen waren tragisch. In einer Nacht, während der Krisis von 1857, erschoß Leupp sich in seinem schönen Hause in der Madison-[>369] Avenue und 25. Straße. Sein Selbstmord rief in New York große Aufregung hervor 369-l).

    Kauf von Eisenbahnobligationen mit dem gestohlenen Gelde

    Drei Jahre später, 1860, ließ sich Gould als Lederhändler in New York nieder; das New Yorker Adreßbuch für das Jahr enthält die Notiz: "Jay Gould, Lederhändler, 39. Spence-Street; Haus Newark." Viele Jahre lang tauchte dann sein Name im Adreßbuch nicht wieder auf.

    Er war indessen in das Eisenbahngeschäft eingedrungen mit Hilfe der Summen, die er Pratt und Leupp gestohlen hatte. Zur selben Zeit, als Leupp Selbstmord beging, kaufte Gould die ersten Obligationen der Rutland- und Washington-Eisenbahn - eine kleine Bahn, 62 Meilen lang, die von Troy in New York nach Rutland in Vermont fuhr. Diese Obligationen, die er mit 10 Prozent kaufte, verschafften ihm die Oberhand bei dieser bankrotten Eisenbahn. Er engagierte Leute mit Verwaltungstalent, ließ die Eisenbahn von ihnen verbessern und konsolidierte sie dann mit anderen kleinen Eisenbahnen, deren Aktien er angekauft hatte.

    Als die Krisis von 1857 vorbei war und die ungeheure Korruption der Bürgerkriegperiode eintrat, konnte Gould allerlei Manipulationen mit seinen Obligationen und Aktien machen, bis sie einen ansehnlichen Umfang erreicht hatten. Mit einem Teil des Spekulationsgewinns aus den Obligationen der Rutland- und Washington-Eisenbahn kaufte er so viel Aktien der Cleveland- und Pittsburg-Eisenbahn, daß er die Majorität in Händen hatte. Diese behielt er, bis ihr Kurs erheblich stieg, dann verkaufte er die Linie an die Pennsylvania- Eisenbahngesellschaft.
        Von 1867 an war seine Laufbahn auf ihrem Gipfel; [>370] eine Unzahl amtlicher Berichte und Untersuchungen und gerichtlicher Feststellungen liefern ein klares Bild. Er wurde als der kaltblütigste Erpresser, Bestecher und finanzielle Pirat seiner Zeit hingestellt, und er verdiente diesen Ruf so absolut, daß er ihm bis an das Ende seiner Tage treu blieb und ihn überlebte, als ständiger Vorwurf gegen seine Nachkommen. Fast ein halbes Jahrhundert lang ist der Name Jay Gould ein Hohn- und Schimpfwort gewesen, ein Gegenstand öffentlicher Schmähungen und Feindseligkeit, die Bezeichnung für jedes gemeine und unlautere Vergehen, wobei die Habsucht triumphiert.
        Hier mag sich nun, wenn auch zum erstenmal, die Frage erheben, warum gerade Jay Gould als Objekt dieses besonderen Hasses ausersehen wurde. Was für eine sonderbare, irrige, wankelmütige Kritik, die diesen einen Mann zu Sündenbock der kommerziellen Gesellschaft macht, währen sie seinen kaufmännischen Zeitgenossen die vollste Ehrerbie tung zubilligt!

    Die Lehren der Umgebung

    Um die Methoden und Ursachen von Goulds Laufbahn z verstehen, muß man die Umgebung kennen, in der er auf wuchs, ihren Geist und ihre Lehren. Er war, wie viele seines gleichen, nur ein Produkt seiner Zeit; und nicht der Mensch sondern die Zeiten sind von hauptsächlichem Interesse denn sie geben den Schlüssel zum Verständnis.
     
    Was sah Jay Gould als junger Mensch ? Er sah in erste Linie, daß die Gesellschaft, so wie sie organisiert war, weder Geduld noch Mitleid mit der Armut hatte, die doch durch ihr groteskes System geschaffen war. Wohl schwatzten die höheren Klassen von dem Segen der Armut, wohl hielte sie weitschweifige Predigten über die Tugend eines nützlichen Lebens, das in "ehrenvoller Armut dahinfloß". Aber all diese Lehren waren in gewisser Beziehung leeres, sinnloses Geschwätz; gerade die Klassen, welche sie so eifrig predigten, waren am meisten bestrebt, allen nur irgend er reichbaren Besitz an sich zu raffen. In anderer Beziehung hatten diese Lehren eine große Wirkung, wenn sie den [>371] Geistern der Massen mit den anderen überlieferten Lebensanschauungen eingeflößt wurden, die sie zu willenlosen Opfern für die Raubgier ihrer Ausbeuter machen sollten.
    Diese "oberen Klassen" diktierten die Gesetze; und die Gesetze bewiesen (wie auch heute noch), wie diese vornehmen Moralisten in Wahrheit gegen die Armen gesonnen waren. Armut wurde offenkundig als Verbrechen hingestellt. Die Verarmten wurden vom Gesetz als Bettler angesehen, und der Ausdruck Bettler war so anstößig und die Behandlung des Bettlers so demütigend, daß zahllose Arme lieber Not litten und schweigend starben, als daß sie die karge und verletzende Hilfe der Öffentlichkeit angerufen hätten, die ihnen nur zuteil wurde, wenn sie sich selbst als Bettler bekannten.
    Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, hohes Alter und sogar ein normales Leben in Armut war eine erschreckende Aussicht. Die einzig sichere Möglichkeit, dem zu entgehen, war, Reichtümer zu erwerben. Die einzige Sicherheit war Reichtum, vorausgesetzt, daß sein Besitzer ihn gegen die Raublust seiner eigenen Klasse schützen konnte. Alle Einflüsse wirkten dahin, den Menschen zu verzweifelten Versuchen anzuspornen, dem Schimpf und der Sklaverei der Armut zu entgehen und durch Reichtum wirtschaftliche Unabhängigkeit und eine soziale Stellung zu erlangen.
    Wie aber war dieser Reichtum zu erringen ? Hier vereinigten sich Einflüsse anderer Art mit den vorigen, um alle Zweifel, Bedenken und Widerstände, die der Emporstrebende haben mochte, zu verscheuchen oder zu unterdrücken. Der verdienende Jüngling sah bald ein, daß die Arbeit für den Profit anderer ihm selbst nichts als Armut brachte oder günstigstenfalls einige kärgliche Ersparnisse, die beständig gefährdet waren. Um reich zu werden mußte er nicht nur seine Mitmenschen ausplündern, sondern durfte, das sah er ein, in seinen Methoden nicht wählerisch sein. Diese Lehre wurde von der ganzen kapitalistischen Klasse überall wirksam und energisch erteilt.

    Die konventionellen Schriftsteller haben mit großer F.ntrüstung auf Goulds Bestechungen der Parlamente und seine Betrügereien und Schwindeleien hingewiesen. Ohne [>372] wieder auf die Korruption einzugehen, die weit zurückreich und bereits vor seiner Zeit existierte, wollen wir einfach einige der Verhältnisse schildern, die er als junger Mensc mit ansah oder die in seiner Jugend allgemein verbreite waren.
     
    Welchen Geschäftszweig man auch nimmt, man finde immer, daß Reichtum nicht nur durch betrügerische Methoden aufgehäuft wurde, sondern auch durch Methoden die oft eine tatsächliche Gefahr für das menschliche Leben bedeuteten. Die Methoden waren die gleichen bei großen oder kleinen Kaufleuten und unterschieden sich nur durch ihren Umfang.

    Betrug im ganzen Geschäftsleben
     
       Eine Kongreßkommision, die 1847/48 den Verkauf von Arzneien nachprüfte, stellte fest, daß es kaum einen Engros- oder Detaildrogisten gab, der nicht wissentlich gefälscht Arzneien verkaufte, die eine Gefahr für das menschliche Leben bedeuteten. Dr. M. J. Bailey, Arzneiinspektor im New Yorker Zollamt, war einer der vielen Sachverständigen, die Zeugnis ablegten. "Mehr als die Hälfte von vielen der wichtigsten chemischen und medizinischen Präparate," sagt Dr.Bailey, "ebensowie großeMengen Roharzneistoffe kommen in so verfälschtem Zustande zu uns, daß sie als Medizin nicht nur wertlos, sondern oft gefährlich sind." Diese Arzneien wurden überall in den Vereinigten Staaten zu hohen Preisen verkauftl). Nirgends findet sich eine Notiz über ein strafrechtliches Verfahren gegen die Leute, die aus dem Verkauf dieser giftigen Arzneien ihren Gewinn zogen.
        Bei Herstellung und Verkauf patentierter Medizinen wurden riesige Betrügereien verübt. Damals hatten die Zeitungen (verhältnismäßig) mehr Nutzen von der Annoncierung patentierter Medizinen als heute, und obwohl durch [>373] eine Kongreßkommission die Natur dieser Geheimmittel aufgedeckt war, brachten die Zeitungen fortgesetzt diese betrügerischen Anpreisungen.
    Nach einem ausführlichen Bericht über die gefälschten und gefährlichen Zutaten, die für eine große Zahl patentierter Medizinen gebraucht wurden, fuhr die Justizkommission des Hauses der Abgeordneten in ihrem Bericht vom 6. Februar 1849 fort: "Die Zeitungen veröffentlichten ausnahmslos diese Anpreisungen und Versprechungen. Der jährliche Annoncenbetrag für Brandeth' Pillen belief sich auf  100.000 Dollar. Morrison bezahlte mehr als das Doppelte für die Ankündigung seiner todbesiegenden Hygiene." Die Kommission führte aus, daß Morrisons Arzneien häufig stark wirkende Gifte enthalten hätten, und fährt dann fort: "Morrison ist vergessen, und Brandeth ist auf dem gleichen Wege. T. W. Conway erwarb, nach der äußersten Armut, Millionen durch den Verkauf seiner Arzneimittel und fuhr sechsspännig im Triumph durch die Straßen von Boston. Ein Stalljunge in New York schwang sich zu einem der reichsten Männer in Philadelphia auf durch den Verkauf eines Universalmittels, das Quecksilber und Arsen enthielt. Zahllose ähnliche Fälle können aufgeführt werden 372-1).'' Nicht wenige der heutigen Multimillionäre verdanken ihren Reichtum den ungeheuren Verdiensten, die ihre Väter und Großväter bei der Herstellung und dem Verkauf dieser giftigen Medizinen erzielten.

    Der Erfolg ist alles
     
    Die Schwindeleien unter den Kaufleuten und Fabrikanten waren noch viel umfangreicher. In Friedenszeiten waren sie schon verabscheuungswürdig genug, in Kriegszeiten aber waren sie unsagbar abstoßend und gemein. Während des mexikanischen Krieges lieferten die Schuhfabrikanten des Nordens dem Heer Schuhe, die so minderwertig waren, daß sie im Privathandel nicht verkauft werden konnten; diese Schuhe stellten sich als so absolut wertlos [>374] heraus, daß die amerikanischen Soldaten sie in Mexiko voll Wut wegwarfen. Im Bürgerkriege aber zogen die Kapita-listen des Nordens Reichtümer aus dem nationalen Unglück und aus dem Blut des Heeres, das für ihre Interessen kämpfte.

        In den Kapiteln über das Vanderbiltsche Vermögen ist darauf hingewiesen worden, wie Kommodore Vanderbilt und andere Reeder der Regierung für schwindelnd hohe Summen zum Transport der Soldaten Schiffe verkauften oder verpachteten, die so veraltet oder sonst seeuntüchtig waren, daß sie außer Betrieb gesetzt werden mußten. In jenen Kapiteln wurde diese Methode hauptsächlich Vanderbilt zur Last gelegt; tatsächlich bildet sie aber nur einen Teil der allgemeinen Betrügereien. Während Vanderbilt, als Bevollmächtigter der Regierung, morsche Schiffe pachtete oder kaufte und Millionen daßei verdiente, drehten die bekanntesten und geachtetsten Reeder jener Zeit ihre alten Kähne der Regierung zu unglaublichen Preisen an.

        Einer der allergeachtetsten Kaufleute, der im damaligen geschäftlichen und gesellschaftlichen Leben eine große Rolle spielte, war z. B. Marshall O. Roberts. Das war derselbe Roberts, der bei den Betrügereien hinsichtlich der Postsubsidien so stark beteiligt war, derselbe scheinheilige Roberts, der, wie in den Kapiteln über das Astorsche Vermögen erwähnt wird, mit John Jacob Astor und anderen zusammen ein Zeugnis unterschrieb, das die Ehrenhaftigkeit des Tweed-Regimes bezeugte. Eine Kongreßkommission, welche die Regierungsverträge von 1826/63 nachprüfte, brachte Tatsachen ans Licht, die selbst eine an die übliche politische Korruption gewöhnte Kommission in Erstaunen setzten. Es soll hier nur ein Beispiel angeführt werden: Samuel Churchman, ein staatlicher Schiffssachverständiger, der von Weller, dem Marineminister, engagiert war, erzählte in Einzelheiten, wie Roberts und andere Reeder und Kapitalisten es möglich machten, alte verbrauchte Schiffe der Regierung anzuhängen; bei einem weiteren Verhör am 3. Januar 1863 wurde Churchman gefragt:

        Frage: "Verkaufte oder verpachtete Roberts noch andere Schiffe an die Regierung?" [>375]

    Antwort: "Jawohl. Er verkaufte Winfield Scott und Union."

        Frage: "Für welchen Preis?"

    Antwort: "Für je hunderttausend Dollar; eins davon war völlig unbrauchbar, das andere mußte einige Tage, nachdem es in See gegangen war, für untauglich erklärt werden 375-1).''

        Im Verlauf der weiteren Untersuchungen gab Churchman an, daß die Regierung durch die Übernahme solcher Schiffe um wenigstens 25 Millionen Dollar betrogen sei, soweit er nach "den ihm bekannten gecharterten und gekauften Schiffen und den ungeheuren, dabei verschwendeten Summen" schätzen könne 375-2. Diese 25 Millionen Dollar, um welche die Regierung allein in betreff der Schiffe betrogen war, bilden die Grundlage manches heutigen Riesenvermögens.

    Die geachteten Betrüger

    Aber dies war keineswegs die einzige Lehre, die Gould von der geachteten Geschäftswelt empfing. Man kann ruhig sagen, daß es keinen einzigen Geschäftszweig gab, in dem nicht die schamlosesten Betrügereien gegen Staat und Volk verübt worden wären. Die Importeure und Fabrikanten von Waffen durchkreuzten Europa, um wertlose Waffen aufzukaufen, und betrogen dann die Regierung um Millionen, da diese Waffen völlig untauglich waren 375-3. Eine Kongreßkommission, die 1862 ernannt worden war, um die Verbindung zwischen Staatsbeamten einerseits und Beamten und anderen Firmen anderseits zu untersuchen, stellte schließlich fest, daß die Firmen in der Regel die staatlichen Inspektoren bestachen, um ihre schlechten Waren los zu werden 375-4». [>376]
     
     
        Während des Bürgerkrieges gründeten hervorragende Kaufleute unter Betonung ihrer patriotischen Gesinnung Verteidigungs- Komitees in verschiedenen Städten des Nordens und veranstalteten Sammlungen zur Fortführung des Krieges. Von der Kongreß- Untersuchungskommission wurde festgestellt, daß die leitenden Mitglieder dieses Komitees nicht nur ihren Patriotismus ausnutzten, um sich allerlei Verträge zu sichern, sondern daß sie in groß Schwindeleien gegen die Regierung verwickelt waren.

        So gab z. B. Marcellus Hartley, ein bekannter Waffenhändler und der Begründer eines Multimillionenvermögens 376-1, zu, daß er einen großen Posten Hallscher Karabiner an ein Mitglied des New Yorker Verteidigungskomitees verkauft habe. In einem plötzliehen Anfall von Reue fügte er hinzu: "Ich glaube, diese Hallschen Karabiner sind das Schlechteste, das dieser Regierung je aufgeschwatzt ist; sie sind, glaube ich, auf 22,50 Dollar aufgetrieben worden 376-2." E hätte ruhig hinzufügen können, daß diese Karabiner geradezu gefährlich seien; es stellte sich heraus, daß ihr Mechanismus so mangelhaft war, daß sich Soldaten, die damit  hantierten, die Daumen abgeschossen haben würden. Hartley gehörte zu den Importeuren, welche die zurück gewiesenen Waffen aus Europa herüberbrachten und sie zu [>377] ungeheuren Preisen an die Regierung verkauften. Er bekannte, daß er mit verschiedenen der Einzelstaaten Verträge über diese wertlosen Waffen in Höhe von 600 000 Dollar abgeschlossen habe 377-1.

        Der begeisterte Patriot undphilanthropische Multimillionär unserer Tage, J. Pierpont Morgan, profitierte, wie wir sehen werden, ebenfalls von dem Verkauf der Hallschen Karabiner an die Regierung während des Bürgerkrieges.

        Eine der Kongreßkommissionen, welche die Lieferungsverträge fürWaffen und Ausrüstung nachprüfte, fand augenscheinliche Beweise für riesige Betrügereien. Es wurden ungeheure Summen erpreßt für wertlose Zelte; die Soldaten behaupteten, "sie blieben ohne diese Zelte besser trocken, als wenn sie darunter lägen 377-2." Auch bei den Warenlieferungen an die Arsenale wurde viel betrogen. Ein Fabrikant besonders, Charles C. Roberts, hatte vertraglich 50.000 Tornister und 50.000 Schnappsäcke zu liefern. "Mit jedem dieser Tornister wurde die Regierung betrogen," bemerkt ein Sachverständiger, "denn sie waren nicht aus Leinen 377-3)." Eine Kongreßkommission stellte fest, daß die vertragsmäßig gelieferten Waren entweder schädlich oder unbrauchbar waren. Hauptmann Beckwitt, ein amtlicher Kommissar, bestätigte, daß der Kaffee "absolut zu nichts zu gebrauchen und wertlos sei".

        "Es scheint eine Mischung von gerösteten Erbsen, Lakritzen und verschiedenen anderen Substanzen zu sein, mit nur so vielKaffee dazwischen, daß ein Aroma und Geschmack davon vorhanden ist 377-4."

        Diese Kommission schaffte noch weitere Beweise, die bekundeten, wie alle anderen Waren von der gleichen schlechten Qualität gewesen seien. Schließlich schilderte sie auch, wie die Eisenbahnen bei Frachtbeförderungen von der Regierung 50 Prozent mehr erhoben hätten als von privaten Personen 377-5). Simon Cameron, der Leiter der korrupten Politik von Pennsylvania und gleichzeitig Leiter einer Eisen-[>378] bahn 378-l, war damals Kriegsminister. Wen ernannte er zum obersten Beamten über den Eisenbahnfrachtverkehr ? Niemand anders als Thomas A. Scott, den Vizepräsidenten der Pennsylvania-Eisenbahn. Scott war, wie erwähnt werden muß, auch einer der Kapitalisten, deren Tätigkeit so oft als die "eines bemerkenswerten organisatorischen Talents" hingestellt ist. Das Talent, das er während des Bürgerkrieges entfaltete, war ganz unzweideutig. Mit seinem Einverständnis verübten die Eisenbahnen eine Erpressung nach der andern. Die Kommission berichtete, wie nach seiner Ernennung die Gewinne der Eisenbahnen in einem Jahre um volle fünfzig Prozent stiegen, und wie Rentmeister und andere Personen bestochen wurden, um von ihnen den Transport von Regimentern überwiesen zu bekommen. "Dies," bemerkt die Kommission, "läßt erkennen, welche ungeheuren und unnötigen Summen von der Regierung zum Vorteil der Eisenbahnen verschleudert wurden nach dem Tarif, den der Vizepräsident der Pennsylvania-Eisenbahn unter Beihilfe Camerons aufgestellt hatte. 378-2"

        "Diese vielen betrügerisch erpreßten Millionen," fährt die Kommission fort, "kamen aus dem verarmten und geleerten Staatsschatz der Vereinigten Staaten, zu einer Zeit, da ihre Kraft und ihre Mittel aufs Äußerste in Anspruch genommen wurden, um den Krieg durchzuführen 378-3.

        Dies sind nur ein paar Tatsachen aus der erstaunlichen Korruption, die auf jedem Gebiete des merkantilen und finanziellen Geschäftslebens herrschte. So groß und frech Goulds Diebstähle später auch sein mochten, so standen sie doch nicht auf dem unbeschreiblich niedrigen Niveau wie die während des Bürgerkrieges von Männern begangenen, von denen die meisten ihres "soliden Vermögens" wegen hoch-geachtet waren. Während des Bürgerkrieges traten so viel plötzliche Ereignisse ein, daß inmitten all der Vorbereitun-[>379] gen, Schlachten und Aufregungen diese Schwindeleien nicht die Aufmerksamkeit der Offentlichkeit auf sich lenkten, was zu anderer Zeit unvermeidlich gewesen wäre. Infolgedessen gelang es den Männern, die sie verübten, sich hinter den größeren Ereignissen jener Jahre zu verbergen. Gould dagegen beging seine Diebstähle zu einer Zeit, als die Offentlichkeit durch nichts anderes in Anspruch genommen war; daher erschienen sie dem Volke auffällig groß und bedeutend.

        Schon 1857, gleich im Anfang seiner Laufbahn, hatte Gould als Eisenbahnbesitzer Gelegenheit, sich die wertvolle und ganz kostenlose Kenntnis zu erwerben, auf welche Art Eisenbahn- und Landkonzessionen vom Kongreß zu erlangen seien. Er war damals erst einundzwanzig Jahre alt, sehr lerneifrig, aber natürlich ohne Erfahrung hinsichtlich der Behandlung gesetzgebender Körperschaften. Aber die älteren Kapitalisten, die Veteranen der Bestechung, die jahrelang Kongreß und Parlamente korrumpiert hatten, versahen ihn mit den nötigen Informationen.

        Sie taten es nicht freiwillig; ihr bester Bundesgenosse war die Heimlichkeit; aber eine Gruppe von ihnen hatte den Kongreß zu unverfroren bestochen, damit er für ein Gesetz stimmen sollte, das der Des Moines Navigation and Railroad Company ungeheure Ländereien in Iowa, Minnesota und anderen Staaten verlieh. Die aufgedeckten Tatsachen müssen für Gould eine wertvolle Lehre gewesen sein, wie die Dinge im Kongreß gehandhabt wurden. Die Beschuldigungen wirbelten in den ganzen Vereinigten Staaten ungeheuer viel Staub auf, und das Haus der Abgeordneten mußte zur Selbstverteidigung eine Kommission ernennen zur Untersuchung der Sache.

        Diese Kommission erstattete einen beachtenswerten Bericht. Für gewöhnlich stellten bei Bestechungsbeschuldigungen die Untersuchungskommissionen höchst unschuldig fest, daß, obwohl vermutlich eine Bestechung vorgelegen habe, sie doch keine Beweise für die Annahme von Bestechungsgeldern seitens der Mitglieder erbringen könnten; fast regelmäßig wälzten diese Kommissionen die Schuld an diesen nutzlosen Nachforschungen auf die Unterhändler. [>380]

        Aber diese eine Kommission erstattete nicht solche oberflächlichen Berichte, die eine Weißwaschung bezweckten. Sie bestätigte, daß korrupte Zusammenschlüsse von Kongreßmitgliedern existierten, und sie empfahl den Ausschluß von vier Mitgliedern, die sie beschuldigte, Geld oder Land für die Abgabe ihrer Stimmen bekommen zu haben. Eins dieser vier ausgeschlossenen Mitglieder, Erasmus B. Matteson, war allem Anschein nach ein Führer einer korrupten Gruppe 380-1.

        Aber seine hauptsächlichste Unterrichtung in der großen Kunst, sich durch Bestechung gesetzgebender Körperschaften Besitztümer und Privilegien anzueignen, bekam Gould während des Bürgerkrieges. Während viele Gruppen der kapitalistischen Klasse aus einem schwer bedrückten Lande Hunderte von Millionen herauspreßten und Vermögen ernteten, indem sie die Verteidiger ihrer Interessen ausbeuteten, brachten andere Gruppen, die den Patriotismus genau so laut im Munde führten, im Kongreß und in den Staatslegislaturen ein Gesetz nach dem andern zur Annahme, das Riesendiebstähle legalisierte.

    Patriotismus zu fünfzig Prozent

        Einige dieser Gesetze, die von den Banken veranlaßt waren, erlegten der Bevölkerung der Vereinigten Staaten wahre Wucherzinsen für Darlehen auf. Diese Bankparagraphen waren so abgefaßt, daß die Zinsen nominell nicht hoch erschienen; in Wirklichkeit aber waren die nationalen und internationalen Bankiers berechtigt, 20 bis 50, oft sogar 100 Prozent Zinsen zu verlangen, und zwar für Geld, das irgendwann, irgendwie aus den Bürgern der Vereinigten Staaten oder aus irgendeinem anderen politischen Kreis herausgepreßt war.

        Anderseits waren die Banken gänzlich von der Steuerzahlung befreit; sie hatten ein Gesetz durchgebracht, das Regierungsobligationen von der Besteuerungausschloß. Heere [>381] wurden hingemetzelt und Legionen von Haushalten zerstört, aber für die Bankiers war es eine reiche und sichere Zeit; die Banken waren sehr häufig in der Lage, Dividenden von 20, 40 und bisweilen sogar 100 Prozent auszuschütten.

        Gould sah, wie all die anderen Geldjäger zu ihrem Vermögen kamen; und die Methoden, die er jetzt anwandte, entsprachen nur den ihren, ein wenig kühner und brutaler waren sie vielleicht, aber trotzdem nur eine Wiederholung dessen, was seit langer Zeit in der ganzen Sphäre des Kapitalismus Brauch gewesen war.

    Fortsetzung folgt



    Fußnoten Myers
    368-1) Pratt war als einer der führenden landwirtschaftlichen Sachverständigen seiner Zeit bekannt. Seine 365 Morgen große Farm stand in dem Rufe, eine Musterwirtschaft zu sein. In den U. S. Senate Documents' Second Session, Thirty Seventh Congress, 1861-1862, Bd. 5, S. 411-415, befindet sich eine Beschreibung seiner Farm, die von ihm herrührt und mit Holzschnitten versehen ist.
    369-1) Obwohl im Laufe der Zcit allgemein behauptet wurde, daß Gould an Leupps Selbstmord schuld war, ließ sich diese Beschuldigung doch offiziell nicht beweisen. Nach Meinung der Richter hatte Leupp an Melancholie gelitten, die zweifellos auf geschäftliche Ursachen zurückzuführen war
        Aber sogar Houghton gchildert in seiner flammenden Lobeshymne, wie Gould Pratt und Leupp betrogen und Leupp sich das Leben genommen habe. In Übereinstimmung mit Houghton geben auch Leupps Freunde Gould die Schuld an Leupp, Selbstmord. Vgl. "Kings of Fortune", S. 265f.
    372-1) Report of Select Committee on the Importation of Drugs. House Reports Thirtieth Congress' First Seasion, 1847-1848, Report No. 664, S. 9. Ein vorher gehendes Kapitel behandelt andere Auazüge aua dieecm Bericht, in denen diese Betrügereien im einzelnen behandelt sind.
    373-1) Report Nr. 52, Reports of Committee, Thirtieth Congress, Second Session, Bd. 1, S. 31
    375-1) Report of Select Committee to Inquire into Government Contracts' House Reports, Thirty-scventh Congress, Third Session, 1862-1863, Report Nr. 49, S. 95.
    375-2) a. a. O. S. 95-97.
    375-3) House Reports of Committees, Thirty-stventh Congress, Sccond Session, 1861-1862, Bd. 2, Report 2,1, XXIX.
    375-4) House Reports, Thirty-seventh Congress, Second Session, 1862-1863 Report Nr. 64. Der Vorsitzende dieser Kommission, C. H. van Wyck - New York, machte in seinem Bericht an das Unterhaus des Kongrcsses folgende erläuterndc Bemerkungen: "In der ersten Zeit des Krieges waren Betrügereien und Unterschleife nicht zu vermeiden. Es war naturgemäß. daß die Ehrgeizigen aus den Nöten der Nation Vorteil ziehen und reich werden wollten trotz des Murrens im Volke, daß, wenn das Kapital bedroht und die Eisenbahnverbindungen abgeschnitten waren die unglaublichsten Preise für Dampfer und Segelboote gefordert werden konnten daß, wenn die Arsenale keine Waffen mehr zur Verfügung hatten, Kanonen un Gewehre mit Gold aufgewogen werden mußten, und daß die Regierung zu entschuldigen sei, wenn sie sich Übervorteilen ließ. Aber nach Verlauf von zwei Jahre herrscht immer noch das gleiche System der Ausbeutung, und die Betrügereien werden immer unverschämter, da sie nicht bestraft werden, und jene Schwindelcien die die Nation im Frühling 1861 empörten, haben zugenommen. Die Straffreiheit die es den ersten Räubern ermöglichte, ihre unrechtmäßig erworbenen Gewinne zu genießen, scheint nur gar zu viele der Regierungsrbeamten demoralisiert zu haben." Appendix to The Congressional Globe, Third Session, Thirty-seventh Congress, 1862-1863, Teil 2, S. 117.
    376-1) Als Marcellus Hartley im Jahre 1902 starb, schätzte rnan sein persönliches Besitztum allein auf 11 Millionen Dollar, sein Gesamtvermögen auf annähernd 50 Millionen Dollar. Sein Haupterbe  Marcellus Hartley Dodge, ein Enkel, heiratete im Jahre 1907 Edith Geraldine Rockefeller, eine der reichsten Erbinnen der Welt. Hartley war der Haupteigentürner von großen Patronen-, Gewehr- und anderen Fabriken.
    376-2) House Report No. 2 etc., 1861-1862, Bd. 2, S 200-204.
    377-1) a.a.O.
    377-2) House Report No. 64 etc., 1862- - 1863, S 6.
    377-3) a.a.O.
    377-4) House Report No. 2 etc. 1862-1863, Bd. 2, 5. 1459.
    377-5) a.a.O. Bd. 24.
    378-1) Er war in wenigstens einen Skandal verwickelt, der von einer Kommission des Parlaments von Penusylvania untersucht wurde; ebenso war er an zweifelhaften Eisenbahntransaktionen in Maryland beteiligt.
    378-2) House Report No. 2, etc., 1861-1862, 19. So erzielte beispielsweisc die Pennsylvania- Eisenbahn im Jahre 1862 rund 1.350.237,79 Dollar Mehrgewinn gegen das vorhergehende Jahr.
    378-3) a. a. O. S. 4.
    380-1) Reports of Committees, House of Representatives, Thirty-fourth Congres, Third Session, 1856-1857; Report No. 223, Bd. 3. In den folgenden Kapiteln finden sich zahlreiche Detailsüber die während dieser Zeit ausgeübten Bestechungen.

    wird fortgesetzt


    Geheimdienste vom Typ CIA sind nichts anderes als staatlich sanktionierte Kriminelle Vereinigungen und pseudo-legalisierte Terrorbanden, die den lokalen, regionalen und Weltfrieden gefährden. Daher fordern wir aus allgemeiner und integrativer polit-psychologischer Sicht ein

    Internationales Geheimdienst-Völkerrechtsgesetz:


    1. Allen Geheimdiensten wird verboten Attentate, Umstürze, Staatsstreiche, Militärinterventionen, Sabotage, Waffenlieferungen und jede andere Form aktiv aggressiver oder destruktiver Beeinflussung zu betreiben. 
    2. Geheimdienste dürfen nur informationell zur Abwehr und Aufklärung eingesetzt werden. 
    3. Es ist detailliert und operational genauestens festzulegen, was Geheimdienste dürfen und was nicht; hierbei ist jeglicher Interpretationsspielraum streng zu vermeiden.
    4. Sämtliche Geheimdienstaktivitäten müssen parlamentarischer Kontrolle unterliegen und vom Weltsicherheitsrat der UNO oder einem internationalen Gerichtshof geprüft werden können. 



    wird unregelmäßig ergänzt, vertieft und modifiziert

    Querverweise




    Fußnoten und Anmerkungen
    Copyright: Gustavus Myers starb 1942, der Übersetzter Max Schippel 1928; das internationale Copyright währt 50 Jahre, das deutsche 70 Jahre. Das Copyright für das Original lief also 1992, das für die Übersetzung spätestens 1998 aus. Myers Werk in der Übersetzung von Max Schippel ist daher rechtefrei. Neben der Originalausgabe bei Fischer 1916 gibt es zwei fotomechnaische Nachdrucke: 1969 beim März-Verlag und 1979 bei Zweitausendeins. Fußnotenorganisation und Darstellung dem Internet angepaßt.
    Myers, Gustavus: In der Amerikanischen Microfiche Biographie der Universitätsbibibliothek Erlangen war trotz Mithilfe einer kundigen Bibliothekarin Gustavus Myers nicht auffindbar. Eine bedeutender und gebildeter Mann - aber ein Sozialist und USA-Kritiker - verschwindet einfach so aus der Geschichte der USA. Wen mag es da noch wundern, daß selbst die bedeutenderen USA-Historiker Sautter und Heideking ihn, Myers, nicht erwähnen: Hollywood- Geschichtsschreibung auch in Deutschland?

    Zitierung
    Myers, Gustavus (DAS). Entstehung des Gould-Vermögens Eine Serie nach Gustavus Myers (1916).
    Die großen amerikanischen Vermögen. Frankfurt: S. Fischer. Übersetzt und eingeleitetet von Max Schippel. Aus der Reihe Geschichte des American Way Of Life. Die große Illusion und der  amerikanische Alptram. Amerikanische Geld-Lebensläufe: Entstehung des Gould-Vermögens. IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/politpsy/usa/myers/myers3_9.htm
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     noch nicht end-korrigiert: